Familiäre Wechsel bei Südtiroler „Dolomiten“
Mit der Niederlegung der Chefredaktion kam es zum vollständigen Rückzug von Toni Ebner aus der Athesia.
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An der Redaktionsspitze der zur Athesia-Gruppe gehörenden Südtiroler Tageszeitung „Dolomiten“ gibt es eine bemerkenswerte Rochade: Der frühere Obmann der Südtiroler Volkspartei (SVP) und Ex-Landesrat Elmar Pichler Rolle übernimmt mit 1. März die Chefredaktion von Toni Ebner. Dies teilte die Athesia am Mittwoch mit. Ebner scheide nach 30 Jahren als Chefredakteur und insgesamt 40 Jahren in der „Dolomiten“-Redaktion auf eigenem Wunsch aus.
Diese Entscheidung habe Ebner am Dienstag dem Athesia-Vorstand mitgeteilt, verlautete es auch in Medienberichten. Die Bestellung des 65-jährigen Pichler Rolle, der in den vergangenen acht Jahren für die Kommunikation der Athesia-Gruppe zuständig war, wurde am selben Tag in dem Gremium beschlossen, hieß es.
Der Bozner ist Berufsjournalist, trat 1979 in die „Dolomiten“-Redaktion ein und übernahm 1991 die Chefredaktion der Sonntagszeitung „Zett“. Ab 1995 legte er dann eine beachtliche politische Karriere hin, die 18 Jahre lang andauerte. So war er lange Vizebürgermeister von Bozen, dann Landtagsabgeordneter, SVP-Fraktionschef im Landtag, kurzzeitig Landesrat und von 2004 bis 2009, noch in der Ära von Landeshauptmann Luis Durnwalder, Obmann der Südtiroler Volkspartei. Im Jahr 2013 stellte er sich einer parteiinternen Abstimmung zum SVP-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl, unterlag dabei aber dem jetzigen Landeschef Arno Kompatscher deutlich. Letztlich scheiterte Pichler Rolle dann am Wiedereinzug in den Landtag und schied aus der Politik aus.
Bereits Ende vergangenen Jahres Anteile übergeben
„Unter der Leitung von Toni Ebner hat die ‚Dolomiten‘ ihre führende Stellung gefestigt. Bestens gemeistert wurden dabei die nötigen Anpassungen an die sich technologisch im ständigen Umbruch befindliche Medienwelt“, zollte der Vorstand indes dem scheidenden Ebner Lob. Man wünsche dem 67-Jährigen für seinen weiteren Lebensweg „Gesundheit, Glück und Gottes Segen“.
Mit der Niederlegung der Chefredaktion kam es damit zum vollständigen Rückzug Ebners aus der Athesia und zu einem weiteren Umbruch im internen Machtgefüge von Südtirols mächtigster Mediengruppe. Ebner und seine Kinder hatten bereits Ende vergangenen Jahres ihre Anteile an der Athesia Holding an Tonis Bruder Michl und dessen Familie abgegeben. Michl Ebner, Präsident der ebenfalls einflussreichen Handelskammer Bozen, war schon davor größter Einzelaktionär der Athesia Holding als Mehrheitseigentümerin der Gruppe gewesen. Er soll aber ab Mitte 2026 nicht mehr für die Funktion des Konzern-Direktors (CEO) zur Verfügung stehen. Sohn Georg wird sein Nachfolger.
(APA/)