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Printmarkt in Bewegung: Wer verliert, wer gewinnt

Die neuen ÖAK-Zahlen zeigen signifikante Veränderungen – einige Medien verlieren massiv, andere halten sich stabil.

21.02.2025 9:58
Redaktion
© Adobe
Die aktuellen Zahlen der ÖAK

Die aktuellen Zahlen der Österreichischen Auflagenkontrolle (ÖAK) zeigen, dass sich der heimische Printmarkt weiter in einem schwierigen Umfeld bewegt. Während Gratiszeitungen weitgehend stabil bleiben, verlieren klassische Kaufzeitungen erneut an Auflage. Bei den Magazinen gibt es neben deutlichen Verlierern auch einige Lichtblicke – und digitale Abo-Modelle spielen eine immer größere Rolle.

Tageszeitungen unter Druck

Der größte Trend setzt sich fort: Die traditionellen Kaufzeitungen verlieren weiterhin an Auflage. Marktführer bleibt die „Kronen Zeitung“ mit 525.400 verkauften Exemplaren, muss aber ein Minus von 26.000 Stück hinnehmen. Damit bleibt sie zwar unangefochten an der Spitze, der Rückgang setzt sich jedoch konstant fort.

Auch andere überregionale Titel verzeichnen Verluste:

  • „Kleine Zeitung“: 247.500 Exemplare (−7.500)
  • „Kurier“: 97.100 Exemplare (−6.100)
  • „Standard“, „Presse“, „Salzburger Nachrichten“ und „Tiroler Tageszeitung“ melden ebenfalls Rückgänge.

Zwei kleinere Titel konnten hingegen ihre Auflage leicht steigern:

  • „OÖ Nachrichten“ mit +1.900 Stück
  • „Neue Vorarlberger Tageszeitung“ mit +588 Stück

Gratiszeitungen stabil, aber „Heute“ verliert

Während Kaufzeitungen teils deutliche Rückgänge verbuchen, halten sich die beiden großen Gratisblätter auf einem stabilen Niveau – mit einer Ausnahme:

  • „Heute“: 436.400 Exemplare (−5.500)
  • „oe24“/„Österreich“: 403.800 Exemplare (stabil)

Die Stagnation bei Gratiszeitungen zeigt, dass auch diese sich dem rückläufigen Print-Trend nicht völlig entziehen können.

Einschnitte bei „Woman“ und „Profil“

Noch stärker als die Tageszeitungen bekommen viele Magazine den Strukturwandel zu spüren. Besonders betroffen sind Frauenmagazine, allen voran „Woman“, das ein Minus von 16.200 Exemplaren auf 57.500 Stück verbucht – ein deutlicher Rückgang in einer ohnehin schwierigen Branche.

Auch Nachrichtenmagazine verlieren:

  • „Profil“: 33.500 Exemplare (−2.300)
  • „News“: 33.600 Exemplare (−1.500)

Ein Ausreisser im Wochen- und Monatssegment ist „Die ganze Woche“, die mit 226.000 verkauften Exemplaren leicht zulegen konnte (+5.955). Auch „tv-media“ hält sich mit 140.000 Exemplaren relativ stabil.

E-Paper als Wachstumssegment

Ein Bereich, der sich zunehmend als Ausgleich für die rückläufige Printauflage etabliert, sind digitale Abonnements. Besonders bei großen Tageszeitungen zeigt sich ein deutlicher Trend hin zu E-Paper-Verkäufen:

  • „Kronen Zeitung“: 54.000 digitale Abos (+5.900)
  • „Kleine Zeitung“: +4.000
  • „OÖ Nachrichten“: +2.500
  • „Die Presse“: +2.500

Der digitale Wandel ist längst in der Medienlandschaft angekommen. Während einige Verlage noch stark auf Print setzen, zeigt sich bei anderen ein klarer Kurswechsel in Richtung E-Paper und digitale Abomodelle.

Print bleibt Benchmark

Die neuen Zahlen verdeutlichen, dass sich der Printmarkt weiterhin im Umbruch befindet. Während traditionelle Kaufzeitungen schrumpfen, können Gratiszeitungen ihre Position noch verteidigen. Magazine stehen vor großen Herausforderungen, insbesondere im Lifestyle- und Nachrichtenbereich.

Die wachsende Bedeutung von E-Paper-Modellen könnte langfristig den Rückgang im Printsektor zumindest teilweise kompensieren. Für Medienhäuser stellt sich zunehmend die Frage, wie sie ihre Inhalte in die digitale Welt überführen können – und ob Leser bereit sind, dafür zu zahlen.

(APA/red)

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