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WhatsApp verklagt israelische Technologiefirma

Das Unternehmen soll hinter Angriffen mit Spionagesoftware stehen.
© Pixabay

Der Messengerdienst WhatsApp hat das israelische Technologieunternehmen NSO wegen des Vorwurfs der Cyberspionage verklagt. In der am Dienstag (29.10.) in Kalifornien eingereichten Klage wirft die Facebook-Tochter dem Unternehmen vor, den Messengerdienst missbraucht zu haben, um Journalisten und Menschenrechtsaktivisten auszuspionieren. NSO habe versucht, ĂŒber WhatsApp rund 1.400 GerĂ€te mit einer Spionagesoftware zu infizieren.

“Die NSO Group gibt an, sie arbeite verantwortungsvoll fĂŒr Regierungen”, erklĂ€rte WhatsApp-Chef Will Cathcart. “Wir haben aber herausgefunden, dass mehr als 100 Menschenrechtsaktivisten und Journalisten im vergangenen Mai zum Ziel eines Angriffs wurden. Dieser Missbrauch muss enden.”

Demnach nutzte NSO eine SicherheitslĂŒcke bei WhatsApp, um die Spionagesoftware Pegasus auf den Handys von Nutzern des Messengerdienstes zu installieren. Auf den Smartphones der WhatsApp-Nutzer sei ein scheinbarer Video-Anruf eingegangen, schrieb Cathcart in einem Beitrag fĂŒr die “Washington Post”. In Wirklichkeit sei nach dem Klingeln des Handys aber heimlich ein schĂ€dlicher Code ĂŒberspielt worden, um die Spionagesoftware zu installieren – selbst, wenn der Nutzer den Video-Anruf gar nicht beantwortete.

WhatsApp hatte seine Nutzer im Mai zu einem Update aufgerufen, um eine SicherheitslĂŒcke bei der Video-Telefonie zu schließen. Nach monatelangen Ermittlungen sei NSO als Urheber der Attacke identifiziert worden, erklĂ€rte Cathcart.

Experten hatten der israelischen Technologiefirma bereits 2016 vorgeworfen, beim Ausspionieren eines Aktivisten in den Vereinigten Arabischen Emiraten geholfen zu haben. Die Spionagesoftware Pegasus soll in der Lage sein, Kamera und Mikrofon der Smartphones von Zielpersonen zu aktivieren. NSO beteuert, Pegasus werde Regierungen nur fĂŒr den Kampf gegen “KriminalitĂ€t und Terrorismus” verkauft.

APA/red

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