Werbeklima in Österreich trübt sich erneut ein

Schwache Nachfrage und gedämpfte Erwartungen prägen derzeit die Lage der österreichischen Werbewirtschaft.

28.05.2026 10:38
red04
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Sowohl bei der erwarteten Geschäftslage als auch bei der Nachfrage überwiegt die Skepsis.

Der WIFO-Werbeklimaindex ist im April 2026 deutlich gesunken. Wie aus der aktuellen Erhebung des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) im Auftrag des Fachverbands Werbung und Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hervorgeht, liegt der Index aktuell bei 8 Punkten. Das entspricht einem Rückgang von 6 Punkten gegenüber dem Vorquartal. Nach einer leichten Stabilisierung zu Jahresbeginn habe sich die wirtschaftliche Lage in der Werbe- und Kommunikationsbranche erneut eingetrübt, erklärte Fachverbandsobmann Jürgen Bauer. Vor allem die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage falle deutlich schlechter aus als noch zu Beginn des Jahres.

Aktuelle Geschäftslage deutlich verschlechtert

Besonders schwach fällt die Bewertung der aktuellen Geschäftslage aus. Der entsprechende Saldo liegt bei minus 24 Punkten und damit um 13 Punkte unter dem Wert des Vorquartals. Nur 5 Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihre derzeitige Geschäftslage als gut. 29 Prozent sprechen hingegen von einer Verschlechterung. Etwas positiver entwickelte sich die Geschäftslage in den vergangenen drei Monaten. Der Saldo zur Geschäftsentwicklung liegt bei plus 6 Punkten, jener zur Nachfrage bei plus 4 Punkten. Beide Werte bleiben damit zwar knapp im positiven Bereich, liegen jedoch weiterhin deutlich unter den langjährigen Durchschnittswerten.

Kaum Bewegung am Arbeitsmarkt

Die Beschäftigungsentwicklung in der Branche zeigt sich weitgehend stabil. Elf Prozent der Unternehmen haben in den vergangenen drei Monaten neue Mitarbeiter aufgenommen, während zwölf Prozent Personal abbauten. Der entsprechende Saldo liegt damit leicht im negativen Bereich. Als größtes Hemmnis für die Geschäftstätigkeit nennen viele Unternehmen weiterhin die unzureichende Nachfrage. Rund 34 Prozent sehen darin derzeit die größte Herausforderung. Gleichzeitig geben 49 Prozent der Befragten an, aktuell keine wesentlichen Einschränkungen ihrer Geschäftstätigkeit zu erleben.

Anhaltende vorsichtige Stimmung

Auch aus Sicht des WIFO bleibt das Stimmungsbild im Dienstleistungssektor verhalten. Konjunkturexpertin Agnes Kügler verweist darauf, dass sich die Auftragsbestände im vergangenen Quartal zwar erholt hätten und sich auch die Beschäftigung stabilisiert habe. Die Erwartungen der Unternehmen an die kommenden Monate blieben jedoch gedämpft, was auf eine erhöhte Unsicherheit hindeute.

Erwartungen bleiben negativ

Der Ausblick auf die kommenden sechs Monate fällt weiterhin zurückhaltend aus. Sowohl bei der erwarteten Geschäftslage als auch bei der Nachfrage überwiegt die Skepsis. Die Nachfrageerwartungen liegen mit minus 1 Punkt leicht im negativen Bereich, die Erwartungen zur Geschäftslage bei minus 4 Punkten. Auch bei der Beschäftigung rechnen die Unternehmen mehrheitlich nicht mit einer Verbesserung.

Österreich im europäischen Mittelfeld

Im Vergleich mit anderen EU-Ländern befindet sich Österreichs Werbebranche weiterhin im Mittelfeld. Während sich die Stimmung in Italien zuletzt leicht verbessert habe, hätten sich die Konjunkturdaten in Deutschland und Frankreich gegenüber dem Vorquartal weiter verschlechtert. Fachverbandsobmann Jürgen Bauer sieht für die kommenden Monate vor allem die Politik gefordert. Entscheidend seien verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen sowie Impulse zur Stärkung von Investitionen und Nachfrage. Die Betriebe seien grundsätzlich leistungsfähig, benötigten jedoch mehr Planungssicherheit.

(PA/red)

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