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ORF führt barrierefreie Werbung ein

Audiodeskription und Untertitel sollen künftig dafür sorgen, dass ORF-Werbung von mehr Menschen genutzt werden kann.

27.07.2026 10:46
red04
© ORF/Thomas Ramstorfer
Unter dem Titel „ORF für alle“ will der öffentlich-rechtliche Sender Maßnahmen zur Verbesserung der Zugänglichkeit umsetzen.

Der ORF baut sein Angebot an barrierefreien Medieninhalten aus. Künftig wird auch Bewegtbildwerbung im ORF-Fernsehen, im ORF.at-Network und auf ORF ON mit zusätzlichen barrierefreien Funktionen angeboten. Damit können Werbespots mit Audio-Deskription im Zweikanalton sowie mit Untertiteln ausgespielt werden. Der Schritt soll Menschen mit Seh- oder Hörbeeinträchtigungen einen besseren Zugang zu Werbeinhalten ermöglichen und zugleich die Möglichkeiten für Unternehmen, ihre Botschaften in einem inklusiven Umfeld zu vermitteln erweitern. Über die ORF-Enterprise können Werbekunden entsprechende Spots bereitstellen. Wird der Zweikanalton aktiviert, wird die Audiodeskription automatisch wiedergegeben. Laut Blinden- und Sehbehindertenverband Österreich sind bis zu 1,7 Millionen Menschen im Land von einer Hörbeeinträchtigung betroffen. Rund 300.000 Menschen leben mit Blindheit oder einer starken Sehbeeinträchtigung.

Barrierefreiheit als öffentlich-rechtlicher Auftrag

Die Erweiterung barrierefreier Angebote auf den Werbebereich sei laut ORF ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einem vollständig inklusiven Medienangebot. „Teilhabe für alle Menschen ist ein wesentlicher Auftrag des öffentlich-rechtlichen ORF. Inklusive Werbung im ORF-Fernsehen, ORF.at-Network und auf ORF ON ist ein weiterer großer Schritt in der Bestrebung des ORF, seine Angebote zu 100 Prozent barrierefrei und inklusiv zu gestalten“, erklärt ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher. Auch die ORF-Enterprise betont die Bedeutung des neuen Angebots für Werbetreibende. CEO Matthias Seiringer sieht darin eine Möglichkeit, Marken und Zielgruppen stärker miteinander zu verbinden. „Die Angebote des ORF in Fernsehen, Radio und Digital sind für viele Menschen das Fenster zur Welt. Mit barrierefreier Bewegtbild-Werbung öffnet die ORF-Enterprise dieses Fenster einen Spalt weiter und trägt zu einem inklusiven Medienerlebnis bei“, sagt Seiringer. Bei der Entwicklung der neuen Werbemöglichkeiten sei darauf geachtet worden, alle Nutzungsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Geräten von Beginn an mitzudenken.

P&G als erster Werbekunde

Der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble (P&G) setzt die neuen Möglichkeiten bereits für mehrere Marken ein. Dazu zählen unter anderem Ariel, Head & Shoulders, Kytta und Old Spice. Kristina Bulle, CMO für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei P&G, sieht den barrierefreien Zugang zu Informationen als Bestandteil der Unternehmensstrategie. „Unser Ziel ist es, sicherzustellen, dass unsere Unternehmens- und Markeninhalte für alle Konsumenten verfügbar und verständlich sind. Wir möchten allen den gleichen Zugang zu Informationen – auch durch die Werbung – ermöglichen“, erklärt Bulle.

Ausbau barrierefreier ORF-Angebote

Unter dem Titel „ORF für alle“ will der öffentlich-rechtliche Sender Maßnahmen zur Verbesserung der Zugänglichkeit umsetzen. Dazu gehören Untertitel, Audio-Deskription, Angebote in Österreichischer Gebärdensprache sowie Nachrichten in einfacher Sprache. Derzeit werden rund 350 Programmstunden pro Woche untertitelt. Bei ORF 2 sind etwa 95 Prozent des Programms mit Untertiteln verfügbar, bei ORF 1 rund 87 Prozent, bei ORF III etwa 77 Prozent und bei ORF SPORT + rund 26 Prozent. Der Ausbau der Untertitelung wird zunehmend durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz unterstützt. So werden beispielsweise die „Bundesland heute“-Sendungen bereits live untertitelt.

Gebärdensprache und Audiodeskription

Auch die Bereitstellung von Inhalten für gehörlose und sehbeeinträchtigte Menschen wurde erweitert. Die Sendungen „Zeit im Bild“ und „Sport aktuell“ werden täglich in Österreichischer Gebärdensprache ausgestrahlt. Zusätzlich gibt es entsprechende Angebote für verschiedene Magazine und Live-Berichterstattungen, darunter die Parlamentsberichterstattung sowie Formate wie „konkret“, „Mayrs Magazin – Wissen für alle“, „Bürgeranwalt“, „Bewusst gesund“ und „G’sund in Österreich“. Im vergangenen Jahr wurden zudem 3.860 Stunden ORF-Programm mit Audio-Deskription ausgestrahlt. Dazu zählen Filme und Serien ebenso wie Sportübertragungen und Unterhaltungssendungen mit Live-Audiodeskription.

(PA/red)

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