Anzeige

Verbraucherzentrale gegen Social-Media-Verbot

Die deutschen Verbraucherschützer lehnen ein pauschales Social-Media-Verbot für Jugendliche ab und fordern stattdessen strengere Regeln für Plattformen.

20.07.2026 9:55
red04
© Adobe Stock
Nach Ansicht der Verbraucherschützer sollten unter anderem Autoplay-Funktionen und endloses Scrollen untersagt werden.

Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Deutschland spricht sich gegen ein generelles Verbot sozialer Medien für Jugendliche aus. Stattdessen fordert die Organisation strengere Vorgaben für die Betreiber der Plattformen.

Kritik an Geschäftsmodellen der Plattformen

Die Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Ramona Pop, erklärte gegenüber der Funke Mediengruppe, ein pauschales Verbot würde Jugendliche ausschließen und nur wenig bewirken. Aus ihrer Sicht sollten stattdessen Funktionen verboten werden, die Nutzer manipulieren oder ein Suchtverhalten fördern. Diese Mechanismen seien derzeit ein wesentlicher Bestandteil der Geschäftsmodelle vieler Plattformen. Pop sprach sich für eine klare und strenge Regulierung der Anbieter aus.

Suchtfördernde Funktionen im Fokus

Nach Ansicht der Verbraucherschützerin sollten unter anderem Autoplay-Funktionen und endloses Scrollen untersagt werden. Auch automatische Standortfreigaben sowie wiederkehrende Aufforderungen zur Freigabe von Kontakten hält sie für problematisch. Solche Funktionen seien aus ihrer Sicht gefährlich und müssten stärker kontrolliert werden. Pop verwies zudem auf Ergebnisse eines neuen, bislang unveröffentlichten Verbraucherreports der Bundesverbraucherzentrale. Demnach befürworten 81 Prozent der befragten 14- bis 29-Jährigen eine stärkere Verantwortung der Plattformbetreiber, anstatt junge Menschen pauschal von sozialen Medien auszuschließen. Pop bezeichnete das Ergebnis als klares Votum.

Diskussion über strengere Regeln

Hintergrund der Debatte sind Überlegungen zu strengeren Zugangsregeln für Minderjährige in sozialen Medien. Experten im Auftrag der EU-Kommission empfehlen, den Zugang für Kinder unter 13 Jahren einzuschränken, sprechen sich jedoch nicht für ein generelles Verbot aus. In Österreich plant die Bundesregierung, ab 2027 ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren einzuführen.

(APA/red)

Anzeige
Anzeige
Beitrag teilen

Das könnte Sie auch interessieren