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Ungarns Staatsfernsehen stoppt Nachrichten

Ungarns Staatsmedien haben nach dem Regierungswechsel den Nachrichtenbetrieb vorübergehend eingestellt.

08.07.2026 10:23
red04
© Attila KISBENEDEK / AFP
Der Sender zeigte die Mitteilung, öffentlich-rechtliche Medien dürften nicht lügen, verbunden mit einer Entschuldigung für die bisherige Berichterstattung.

Das ungarische Staatsfernsehen und der staatliche Rundfunk haben ihren regulären Nachrichtenbetrieb vorübergehend eingestellt. Ministerpräsident Peter Magyar erklärte am gestrigen Dienstag auf Facebook, dies markiere das Ende der bisherigen Propagandaberichterstattung in den öffentlich-rechtlichen Medien.

Schwarzer Bildschirm bei M1

Beim staatlichen Fernsehsender M1, dem wichtigsten öffentlich-rechtlichen Sender des Landes, war stattdessen ein schwarzer Bildschirm mit einer eingeblendeten Mitteilung zu sehen. Darin hieß es, öffentlich-rechtliche Medien dürften nicht lügen, verbunden mit einer Entschuldigung für die bisherige Berichterstattung. Zugleich wurde angekündigt, die staatlichen Medien zu reformieren, um ihre Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit zu stärken. Bis dahin sei das Nachrichtenprogramm ausgesetzt. Auch die Internetseiten der staatlichen Medien zeigten einen schwarzen Bildschirm. Beim Radiosender Kossuth wurde vorübergehend das Programm des Musiksenders Bartok ausgestrahlt. M1 nahm den Sendebetrieb am Abend wieder auf, Nachrichtensendungen sind zunächst jedoch nicht vorgesehen.

Reform der staatlichen Medien angekündigt

Peter Magyar hatte im Mai das Amt des Ministerpräsidenten übernommen und damit Viktor Orbán nach 16 Jahren an der Regierung abgelöst. Zuvor hatte Magyars Tisza-Partei bei der Parlamentswahl im April eine Zweidrittelmehrheit errungen. Während Orbáns Amtszeit galt die Kontrolle über die Medien als ein zentrales Element seiner Regierungsführung. Bereits im Wahlkampf hatte Magyar angekündigt, die Unabhängigkeit der staatlichen Medien wiederherzustellen und die Pressefreiheit zu respektieren. Nach seiner Vereidigung Anfang Mai ordnete er eine umfassende Überprüfung der Arbeitsweise und Finanzierung der staatlichen Medien an. Auch beim privaten Fernsehsender TV2, der sich im Besitz von Geschäftsleuten aus dem Umfeld Orbáns befindet, gab es seit dem Wahlsieg Magyars personelle Veränderungen. Der Nachrichtenchef sowie die wichtigsten Nachrichtensprecher wurden ausgetauscht.

(APA/red)

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