TV dominiert weiterhin Bewegtbildkonsum

Die tägliche Bewegtbildnutzung in Österreich liegt laut aktueller Studie bei knapp sechs Stunden – bei jungen Menschen sogar deutlich darüber.

28.05.2026 16:04
red04
© Adobe Stock
Mit einem Anteil von 71 Prozent entfällt der Großteil des Bewegtbildkonsums weiterhin auf TV-Angebote.

Die Menschen in Österreich verbringen laut der Bewegtbildstudie 2026 durchschnittlich 359 Minuten pro Tag mit dem Konsum von Bewegtbildinhalten. Das entspricht knapp sechs Stunden täglich. In der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen liegt der Wert mit 413 Minuten beziehungsweise fast sieben Stunden noch deutlich höher. Die am heutigen Donnerstag präsentierte Studie wurde von Marketmind im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Teletest (AGTT) und der RTR durchgeführt. Im Februar wurden dafür insgesamt 4.000 Personen befragt. Die Ergebnisse gelten als repräsentativ für die Bevölkerung ab 14 Jahren.

Anpassungen bei der Erhebung

Die Studienautoren weisen darauf hin, dass die aktuellen Ergebnisse nicht direkt mit jenen der Vorjahre vergleichbar sind. Grund dafür sind methodische und inhaltliche Änderungen bei der Datenerhebung. So wurde unter anderem die sogenannte Second-Screen-Nutzung – also die parallele Nutzung mehrerer Geräte wie Fernseher und Smartphone – stärker berücksichtigt. Dadurch fallen die gemessenen Nutzungswerte höher aus.

Fernsehen weiterhin dominierend

Mit einem Anteil von 71 Prozent entfällt der Großteil des Bewegtbildkonsums weiterhin auf TV-Angebote. Davon entfallen 49 Prozent auf klassische Fernsehnutzung, 19 Prozent auf Live- und On-Demand-Streaming sowie 3 Prozent auf Inhalte von TV-Sendern in sozialen Netzwerken. Videoportale machen insgesamt 13 Prozent der Nutzung aus. Unter den Anbietern liegt Netflix mit 5,8 Prozent deutlich vor Amazon Prime mit 2,7 Prozent und Disney+ mit 1,3 Prozent. Inhalte auf Social-Media-Plattformen kommen auf 17,6 Prozent des gesamten Bewegtbildkonsums. Youtube liegt dabei vor Instagram und TikTok.

Junge nutzen Social Media und Streaming

Auch bei den 14- bis 29-Jährigen bleibt TV mit 53 Prozent der größte Bereich der Bewegtbildnutzung. Rund die Hälfte davon entfällt allerdings auf Live- oder On-Demand-Streaming. Gleichzeitig spielen Videoportale und soziale Medien in dieser Altersgruppe eine deutlich größere Rolle als in der Gesamtbevölkerung. Videoportale erreichen bei den Jüngeren einen Anteil von rund 20 Prozent. Netflix kommt dabei auf 9,7 Prozent und liegt klar vor Amazon Prime und Twitch. Fast ein Drittel der Nutzung entfällt auf Social Media. Darunter befinden sich auch Inhalte klassischer TV-Anbieter wie etwa Nachrichtenausformate auf Plattformen wie Instagram oder TikTok. Youtube erreicht in dieser Altersgruppe 7,3 Prozent, Instagram 6,6 Prozent und TikTok 5,8 Prozent.

TV-Nutzung bleibt hoch

Insgesamt nutzen laut Studie 86 Prozent der Bevölkerung täglich TV-Angebote – entweder klassisch oder über Streaming. Bei den 14- bis 29-Jährigen liegt dieser Wert bei 71 Prozent. RTR-Mediengeschäftsführer Wolfgang Struber erklärte, Inhalte klassischer Fernsehanbieter würden auch in sozialen Netzwerken Aufmerksamkeit erhalten und könnten dadurch junge Zielgruppen an etablierte Medienmarken heranführen. Zugleich betonte er die Bedeutung einer guten Auffindbarkeit nationaler Inhalte und Plattformen auf Endgeräten. Das Fernsehgerät bleibt laut Studie mit durchschnittlich 253 Minuten Nutzungsdauer pro Tag das wichtigste Gerät für den Bewegtbildkonsum. Dazu zählen auch Streamingangebote und Videoportale. Für Social-Media-Inhalte werden dagegen häufiger Smartphones oder Tablets verwendet.

ORF ON und Joyn vorne

Unter den Streamingplattformen klassischer TV-Anbieter liegt ORF ON mit 27 Prozent regelmäßigen Nutzern an erster Stelle. Als regelmäßige Nutzung gilt mindestens ein Zugriff pro Woche. Dahinter folgt Joyn mit 25 Prozent. ServusTV On und RTL+ erreichen jeweils 16 Prozent.

Unterschiedliche Nutzung im Tagesverlauf

Während Fernsehen und Videoportale vor allem zur Hauptabendzeit intensiv genutzt werden, zeigt sich bei Social Media ein anderes Bild. Laut AGTT-Obmann Thomas Gruber gibt es dort keinen klaren Nutzungshöhepunkt im Tagesverlauf. Die Nutzung bleibe über den Tag hinweg relativ konstant und gehe erst in den späteren Abendstunden zurück. Gruber sieht in den Ergebnissen einen Hinweis darauf, dass sich die Angebote klassischer Fernsehanbieter auch im digitalen Umfeld behaupten können. Gleichzeitig nehme die parallele Nutzung mehrerer Bildschirme weiter zu. Die sogenannte Second-Screen-Nutzung eröffne dabei zusätzliche Möglichkeiten für Interaktion und Werbung.

(APA/red)

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