ProSiebenSat.1 überprüft Digitalgeschäfte

ProSiebenSat.1 behält seine profitablen Online-Beteiligungen ParshipMeet und Flaconi, während andere Digitalgeschäfte zum Verkauf stehen.

10.03.2026 13:45
red04
© Adobe Stock
Der deutsche Medienkonzern ProSiebenSat.1 plant laut Insiderinformationen vorerst keine Verkäufe seiner zentralen Online-Beteiligungen ParshipMeet und Flaconi.

Der deutsche Medienkonzern ProSiebenSat.1 plant laut Insiderinformationen vorerst keine Verkäufe seiner zentralen Online-Beteiligungen ParshipMeet und Flaconi. Andere digitale Geschäftseinheiten des Konzerns stehen hingegen zum Verkauf, berichten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Reuters. Demnach hat die Puls4-Mutter begonnen, potenzielle Käufer für ausgewählte digitale Angebote zu sondieren.

Digitale Tochterunternehmen

Zu den zu veräußernden Beteiligungen zählen unter anderem die Einkaufs-App Marktguru, die Mietwagen-Vergleichsplattform billiger-mietwagen.de sowie der Erlebnisgeschenke-Anbieter Jochen Schweizer mydays. Als mögliche Erwerber werden sowohl Finanzinvestoren als auch Unternehmen aus der jeweiligen Branche genannt. ProSiebenSat.1 und das Mutterunternehmen MFE-MediaForEurope (MFE) wollten zu den Berichten keinen Kommentar abgeben.

MFE und der Umbau des Konzerns

Die Überprüfung des Digitalportfolios ist Teil eines umfassenden Umbaus, den MFE, das von der Familie des verstorbenen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi kontrollierte Unternehmen, vorantreibt. Ziel sei es, das Geschäft stärker auf das Kerngeschäft Fernsehen auszurichten und die Schuldenlast des Konzerns zu verringern. Profitabel laufende Töchter wie ParshipMeet und Flaconi sollen vorerst im Konzern verbleiben. Ein Verkauf dieser Einheiten bleibe jedoch langfristig denkbar, erklärten Insider.

Verkaufsstrategie von ProSiebenSat.1-Chef

Der neue Vorstandschef von ProSiebenSat.1, Marco Giordani, hatte bereits im Februar betont, beim Verkauf von Flaconi und ParshipMeet vorsichtig vorgehen zu wollen. Ziel sei es, „den maximalen Wert aus diesen Beteiligungen herauszuholen“, während die frühere Eigentümerstruktur von MFE einen schnelleren Verkauf gefordert hatte. MFE hatte seinen Anteil an ProSiebenSat.1 seit 2019 schrittweise erhöht und im vergangenen Jahr die Mehrheit übernommen. Heute hält das Unternehmen, das TV-Sender in Italien und Spanien betreibt, mehr als 75 Prozent der Anteile. Parallel hat ProSiebenSat.1 seine Gewinnprognose für 2025 erneut nach unten korrigiert. Grund dafür sei ein schwacher Werbemarkt, der unter der aktuellen Konjunkturflaute in Deutschland leide.

(APA/red)

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag teilen

Das könnte Sie auch interessieren