ORF plant neue Beschwerde-Anlaufstelle
ORF-Generaldirektor Roland Weißmann lässt die Programmrichtlinien überarbeiten und richtet eine unabhängige Clearingstelle ein.
ORF-Generaldirektor Roland Weißmann hat angekündigt, die bestehenden Programmrichtlinien des Senders zu überarbeiten. Ziel sei es, die Richtlinien an die aktuellen Anforderungen der Medienlandschaft anzupassen, erklärte Weißmann am heutigen Donnerstag während einer Sitzung des ORF-Publikumsrats. Die derzeitige Fassung der Richtlinien gilt seit 20 Jahren.
Neue Anlaufstelle für journalistische Qualität
Im Zuge der Überarbeitung richtet der ORF eine neue Anlaufstelle ein. Diese soll die Qualität der journalistischen Arbeit überprüfen und als zentrale Autorität für die Auslegung der Programmrichtlinien fungieren. Weißmann bezeichnete die Einrichtung dieser Stelle als „Meilenstein für die Unabhängigkeit, Ausgewogenheit und Objektivität in der ORF-Berichterstattung“.
Aufbau und Funktion der Clearingstelle
Die neue Beschwerde- und Clearingstelle ist als unabhängige und weisungsfreie Instanz geplant. Sie wird ergänzend zum bestehenden Ethikkodex arbeiten und soll unter anderem Beschwerden überprüfen, die beim Kundendienst oder in den Redaktionen eingereicht wurden, wenn die bisherigen Antworten als unzureichend empfunden werden. Zudem bleibt der Publikumsrat weiterhin als weitere Beschwerdeinstanz bestehen. Eine Kommission soll die Arbeit der Anlaufstelle kontrollieren. Als Vorbilder dienen dabei die BBC in Großbritannien sowie der dänische Rundfunk DR, die ähnliche unabhängige Stellen eingerichtet haben.
Einheitliche Ausrichtung
Mit der neuen Einrichtung will der ORF eine einheitliche inhaltliche Ausrichtung der Berichterstattung sicherstellen und sich grundsätzlichen journalistischen Fragestellungen widmen. Insgesamt soll die Anlaufstelle dazu beitragen, Transparenz und Vertrauen in die ORF-Berichterstattung zu erhöhen. Ein Beschluss über die Einrichtung der Stelle ist noch für Ende dieses Jahres vorgesehen.
(APA/red)