OpenAI testet Werbung in ChatGPT
OpenAI plant, seinen KI-Chatbot ChatGPT künftig auch mit Werbung zu finanzieren und startet dazu erste Tests in den USA.
Der KI-Entwickler OpenAI will ChatGPT künftig teilweise durch Werbung finanzieren. Wie das Unternehmen mitteilte, sollen in den USA in absehbarer Zeit erste Tests mit Anzeigen starten. Betroffen sind dabei die kostenlose Version des Chatbots sowie der neue, günstige Tarif „ChatGPT Go“. Höherpreisige Abonnements sollen weiterhin ohne Werbung auskommen.
Anzeigen in ausgewählten Angeboten
Werbung wird nach Angaben von OpenAI ausschließlich in der Gratisvariante und im neuen Einstiegstarif für acht US-Dollar im Monat eingeblendet. Nutzer kostenpflichtiger Abos wie ChatGPT Plus, Pro, Business oder Enterprise sollen auch künftig keine Anzeigen sehen. Für das werbefreie Plus-Abo werden mindestens 20 US-Dollar pro Monat fällig. Zunächst sind die Werbetests auf den US-Markt beschränkt; ein möglicher Start in Europa ist bislang nicht angekündigt.
Trennung von Werbung und Antworten
Gleichzeitig veröffentlichte OpenAI Grundsätze zur Anzeigengestaltung. Demnach sollen Werbeinhalte keinen Einfluss auf die Antworten von ChatGPT haben. Diese würden ausschließlich auf Grundlage ihrer Nützlichkeit für die Nutzer erstellt. Anzeigen sollen klar gekennzeichnet und räumlich von den Antworten getrennt dargestellt werden.
Zusagen zum Umgang mit Nutzerdaten
Das Unternehmen betonte zudem seinen Anspruch auf Datenschutz. Gespräche mit ChatGPT würden nicht an Werbekunden weitergegeben, zudem verkaufe OpenAI keine Nutzerdaten. Anwender könnten selbst festlegen, ob ihre Daten für personalisierte Werbung genutzt werden. Diese Funktion lasse sich deaktivieren, außerdem könnten entsprechende Daten jederzeit gelöscht werden. Ein Zugang zu ChatGPT ohne Werbung bleibe über kostenpflichtige Tarife gewährleistet.
Neue Richtung
Mit der Einführung von Werbung schlägt OpenAI einen neuen Kurs ein. Firmenchef Sam Altman hatte sich früher deutlich gegen Werbefinanzierung ausgesprochen, zeigte sich zuletzt jedoch kompromissbereiter. In Interviews verwies er auf soziale Netzwerke wie Instagram, bei denen Werbung unter bestimmten Bedingungen als hilfreich wahrgenommen werden könne. Hintergrund des Strategiewechsels sind die hohen Kosten für Betrieb und Weiterentwicklung der KI-Modelle. OpenAI sucht nach Wegen, zusätzliche Einnahmen zu erzielen, insbesondere durch Nutzer der kostenlosen Version. Schätzungen zufolge nutzt die überwiegende Mehrheit der ChatGPT-Anwender das Gratisangebot, das bislang vor allem Kosten verursacht, ohne direkte Erlöse zu bringen.
(APA/red)