Noch 13 Kandidaten im Rennen um ORF-Spitze

Die Findungskommission des ORF-Stiftungsrats hat das Bewerberfeld für die Generaldirektion von 75 auf 13 Kandidaten reduziert.

02.06.2026 9:17
red04
© ROBERT JAEGER
Die Kommission prüfte die eingereichten Bewerbungen und bewertete, welche Kandidaten die in der Ausschreibung festgelegten Voraussetzungen erfüllen.

Von insgesamt 75 fristgerecht eingelangten Bewerbungen für die Position des ORF-Generaldirektors haben 13 Kandidaten die erste Auswahlrunde überstanden. Das gab der ORF-Stiftungsrat nach einer Sitzung seiner Findungskommission bekannt. Die Kommission prüfte die eingereichten Bewerbungen und bewertete, welche Kandidaten die in der Ausschreibung festgelegten Voraussetzungen erfüllen. Die Namen der verbliebenen Bewerber wurden nicht veröffentlicht. Um bei der Wahl am 11. Juni tatsächlich antreten zu können, benötigen die Kandidaten nun zusätzlich die Nominierung durch ein Mitglied des Stiftungsrats.

Prüfung der Ausschreibungskriterien

Laut einer Aussendung des vom Stiftungsratsvorsitzenden Heinz Lederer unterzeichneten Gremiums erfolgte die Auswahl nach eingehender Beratung und einem Mehrheitsbeschluss. Entscheidend war demnach, ob die Bewerber sowohl die formalen Anforderungen als auch die fachlichen Kriterien der Ausschreibung erfüllen. Weitere Informationen zu den einzelnen Bewerbungen oder zu den Gründen für die Auswahl beziehungsweise das Ausscheiden von Kandidaten wurden nicht bekannt gegeben.

Bekannte Namen

Zu den öffentlich als aussichtsreich geltenden Kandidaten zählen APA-Chef Clemens Pig, der frühere ProSiebenSat.1Puls4-Manager Markus Breitenecker, ORF-Magazinchefin Lisa Totzauer, der ehemalige HBO-MAX-Manager Johannes Larcher sowie die ORF-III-Co-Geschäftsführerin Kathrin Zierhut-Kunz. Ob sie zu den verbliebenen 13 Bewerbern gehören, wurde offiziell nicht bestätigt.

Wahl durch den Stiftungsrat

Für die Wahl zum ORF-Generaldirektor ist die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen erforderlich. Sollte es zu einer Stimmengleichheit kommen, gibt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag. Der ORF-Stiftungsrat besteht aus 35 ehrenamtlich tätigen und weisungsfreien Mitgliedern. Diese werden von der Bundesregierung, den im Parlament vertretenen Parteien, den Bundesländern, dem ORF-Publikumsrat sowie dem ORF-Zentralbetriebsrat entsandt. Ein Großteil der Mitglieder ist in parteinahen Gruppierungen, den sogenannten Freundeskreisen, organisiert. ÖVP- und SPÖ-nahe Stiftungsräte verfügen dabei über eine deutliche Mehrheit im Gremium.

Neue Vorgaben für mehr Transparenz

Erstmals findet die Bestellung der ORF-Spitze unter den Vorgaben des Europäischen Medienfreiheitsgesetzes (EMFG) sowie der dazugehörigen nationalen Regelungen statt. Diese verpflichten den Stiftungsrat ausdrücklich dazu, ein transparentes, offenes, wirksames und nichtdiskriminierendes Auswahlverfahren sicherzustellen. Teil dieses Prozesses ist auch eine öffentliche Präsentation der Kandidaten. Diese ist für den 8. Juni angesetzt und wird zeitversetzt ab 20.15 Uhr auf ORF III sowie über ORF ON ausgestrahlt. Die Wahl des neuen ORF-Generaldirektors erfolgt drei Tage später, am 11. Juni.

(APA/red)

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