Nach EU-Strafe: X sagt mehr Transparenz zu
Die Online-Plattform X reagiert auf EU-Auflagen und kündigt Anpassungen bei Verifizierung und Werbung an.
Nach einer Millionenstrafe wegen Verstößen gegen EU-Vorgaben hat die Online-Plattform X der Europäischen Kommission Änderungen zugesagt. Die Brüsseler Behörde erklärte, die geplanten Maßnahmen würden für mehr Transparenz auf der Plattform sorgen und seien ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Zuvor war gegen das Unternehmen eine Strafe in Höhe von 120 Millionen Euro verhängt worden. Hintergrund waren unter anderem Verstöße im Zusammenhang mit der Kennzeichnung von Nutzerkonten.
Verifizierungshaken künftig Premium-Kennzeichnung
Im Mittelpunkt der Kritik stand der weiße Haken auf blauem Grund. Nach der Übernahme von X hatte Eigentümer Elon Musk das System geändert: Seitdem erhalten zahlende Abonnenten den Haken, unabhängig davon, ob ihre Identität überprüft wurde. Nach Auffassung der EU verstieß diese Praxis gegen geltende Vorschriften. X stellte nach der Entscheidung klar, dass der Haken keine Verifizierung mehr kennzeichne. Stattdessen werde er nun als Hinweis auf einen Premium-Status verstanden.
Datenzugang und Werbung
Die Europäische Kommission hatte X außerdem vorgeworfen, Forschern den Zugang zu Daten zu erschweren und Informationen über geschaltete Werbung nicht ausreichend transparent bereitzustellen. Auch in diesen Bereichen kündigte das Unternehmen Änderungen an, die von der Kommission zunächst akzeptiert wurden. Nach Angaben der Behörde hat X nun sechs Monate Zeit, die zugesagten Maßnahmen umzusetzen.
Kritik aus den USA
Die Entscheidung der EU-Kommission auf Grundlage des Gesetzes über digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) stieß in den USA auf Kritik. Die Regierung von Präsident Donald Trump äußerte sich ablehnend zu der Strafe. Außenminister Marco Rubio bezeichnete die Entscheidung auf X als Angriff ausländischer Regierungen auf amerikanische Technologieplattformen und das amerikanische Volk. US-Vizepräsident JD Vance hatte bereits vor Bekanntgabe der Strafe erklärt, die Europäische Union solle die Meinungsfreiheit unterstützen, anstatt amerikanische Unternehmen anzugreifen. X kündigte an, gegen die Geldbuße rechtlich vorzugehen und Einspruch einzulegen.
(APA/red)
