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KI-Streit: Anthropic verklagt US-Regierung

Der KI-Entwickler wehrt sich gegen seine Einstufung als Sicherheitsrisiko und gegen mögliche militärische Nutzung seiner Technologie

10.03.2026 12:47
red04
© Adobe

Der US-KI-Entwickler Anthropic hat im Streit mit dem US-Verteidigungsministerium Klage eingereicht. Hintergrund ist die Einstufung des Unternehmens als Risiko für die nationale Sicherheit in der Lieferkette, wodurch Anthropic weitgehend von Regierungsaufträgen ausgeschlossen wird.

Anthropic betont, dass seine KI-Modelle nicht für Massenüberwachung von US-Bürgern oder für autonome Waffensysteme eingesetzt werden dürfen. Das United States Department of Defense fordert hingegen Nutzungsrechte für „jede rechtmäßige Verwendung“ der Technologie.

In der Klage argumentiert das Unternehmen, das Vorgehen der Regierung verletze sein Recht auf freie Meinungsäußerung, da es wegen seiner eigenen Grundsätze benachteiligt werde. Die Einstufung als „Supply-Chain Risk to National Security“ gilt als ungewöhnlicher Schritt gegenüber einem US-Technologieunternehmen. Laut Berichten ordnete Donald Trump zudem an, dass Bundesbehörden die Nutzung von Anthropic-Technologie einstellen sollen.

Parallel dazu hat der Entwickler von ChatGPT, das Unternehmen OpenAI, eine Vereinbarung mit dem Pentagon geschlossen, um Anthropic möglicherweise als Partner zu ersetzen. OpenAI-Chef Sam Altman erklärte, man habe sich auf Bedingungen des Ministeriums eingelassen, wolle jedoch technische Hürden gegen den Einsatz der Technologie zur Massenüberwachung schaffen.

Für zusätzlichen Konflikt sorgte der Rücktritt von Caitlin Kalinowski, Robotik-Chefin bei OpenAI, die aus Protest gegen die Vereinbarung ihren Posten niederlegte.

Anthropics KI-System Claude gilt als einer der wichtigsten Konkurrenten von ChatGPT, insbesondere im Unternehmensbereich. Unternehmenschef Dario Amodei warnte zuletzt, dass moderne KI große Mengen verstreuter Daten über einzelne Personen automatisch zusammenführen könne und dadurch detaillierte Profile entstünden. Zudem sei die Technologie derzeit noch nicht zuverlässig genug für vollständig autonome Waffensysteme.

APA/Red.

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