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Journalist Bonvalot will die Wiener Polizei vor Gericht bringen

Nach der Behinderung seiner Berichterstattung bei einem Corona-Marsch will der Journalist vor Gericht die Pressefreiheit verteidigen
© David Prokop

Der Journalist Michael Bonvalot recherchiert seit Jahren zur extremen Rechten

Am 10.09.2022 marschierten auf der Wiener Ringstraße die rechte Corona-Szene auf. Auch vor Ort war der Wiener Journalist Michael Bonvalot, um von den Ereignissen zu berichten. Dies fand allerdings nicht wie geplant statt, denn laut dem Journalisten habe ihn die Polizei gewaltsam an seiner Berichterstattung gehindert. Unmittelbar vor dem beklagten Zugriff der Beamten seien Bonvalot und sein Presseschutz-Team von Teilnehmenden des Aufmarsches bedrĂ€ngt und beschimpft worden. Dennoch sei dann der Journalist von den Polizisten attackiert worden, obwohl er zu jedem Zeitpunkt sichtbar seinen Presseausweis getragen habe. Videoaufnahmen, die auf Twitter geteilt wurden, sollen die Darstellung Bonvalots belegen.

Eine Rechtsgrundlage fĂŒr ihr Vorgehen wollten die Beamten nicht nennen. Unter Androhung der Festnahme sollen die Polizisten sogar IdentitĂ€tsfeststellungen von Bonvalot, einer Fotografin seiner Plattform standpunkt.press sowie seines Presseschutz-Teams erzwungen haben. “Die Wiener Polizei zeigt erneut, dass sie offenbar auf Seite der rechten Corona-Szene steht und nicht auf Seite der Pressefreiheit. Die Amtshandlung, die insgesamt rund eine halbe Stunde gedauert hat, hat meine Berichterstattung von diesem Corona-Aufmarsch effektiv verhindert. Die Wiener Polizei besorgt damit das GeschĂ€ft der extremen Rechten”, so Bonvalot.

Auch die Organisation “Reporter ohne Grenzen” (ROG) zeigt sich besorgt: “Es kann nicht sein, dass Journalist*innen bei der AusĂŒbung ihrer Arbeit von der Polizei mit absurden Amtshandlungen aufgehalten werden. Wir fordern mehr Schutz fĂŒr Medienschaffende und bessere Schulung der vor Ort tĂ€tigen polizeilichen EinsatzkrĂ€fte”, so ROG-Sprecherin Christin Edlinger.

Michael Bonvalot recherchiert seit Jahren zur extremen Rechten. Aus einschlÀgigen Kreisen wird er deshalb laufend bedroht, auch mit dem Tod. Wegen Drohungen und körperlicher Angriffe gegen den Journalisten gab es bereits eine Reihe von Gerichtsverhandlungen. Auch die Polizei behindert immer wieder die journalistische Berichterstattung durch Bonvalot, hier hat er bereits mehrere Klagen vor Gericht gewonnen.

 

PA/ Red.

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