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Google streicht Medien-“Snippets”

Der Internet-Gigant reagiert in Frankreich auf die Umsetzung der EU-Urheberrechtsreform.
© Pixabay

Google hat den Hoffnungen der Presseverlage auf neue Erlöse durch die EU-Urheberrechtsreform einen DĂ€mpfer verpasst. In Frankreich als erstem Land mit den neuen Regeln will der Internet-Konzern auf das Anzeigen der kleinen “Snippet”-Vorschauen verzichten und kein Geld fĂŒr die Darstellung von Links mit Überschriften in der Websuche zahlen.

Google will nicht an Verleger zahlen

EuropĂ€ische Verleger machen sich Hoffnungen auf Zahlungen von Google, nachdem in der Urheberrechtsreform das sogenannte Leistungsschutzrecht festgeschrieben wurde. Demnach mĂŒssen Suchmaschinen Lizenzen fĂŒr die Anzeige von AuszĂŒgen aus Medieninhalten erwerben.

“Wir verkaufen Anzeigen und keine Suchergebnisse – und jede Anzeige bei Google ist klar gekennzeichnet”, betonte der zustĂ€ndige Google-Manager Richard Gingras. “Deshalb zahlen wir nicht an Verleger, wenn Leute auf deren Links in Suchergebnissen klicken.” Das anders zu handhaben, wĂŒrde die Auswahl und Relevanz fĂŒr die Nutzer verringern – “und schließlich zum Verlust deren Vertrauens in unsere Dienste fĂŒhren”, erklĂ€rte Gingras.

Reaktion auf Copyright-Reform

Wenn das französische Gesetz zur Umsetzung der Urheberrechtsreform in nationales Recht in Kraft trete, werde Google keine Snippets mehr mit Textauszug und Bild erzeugen, hieß es in einem separaten Blogeintrag. Bleiben werde die Überschrift, die gleichzeitig auch der Link zur Website des Anbieters sei. Die Verlage bekommen aber die Möglichkeit, von sich aus festlegen zu können, ob sie auch Fotos und TextauszĂŒge in der Websuche angezeigt haben wollen.

Da die “Snippet”-Vorschauen auf den Suchergebnisseiten in der Regel fĂŒr deutlich höhere Zugriffszahlen bei den verlinkten Seiten fĂŒhren, gehen Experten davon aus, dass etliche Verlage den entsprechenden Programmcode in ihre News-Seiten einbauen, auch wenn kein direkter Geldfluss von Google damit verbunden sein wird.

Erst vor wenigen Wochen war das deutsche Leistungsschutzrecht fĂŒr Presseverlage, das noch vor der Urheberrechtsreform eingefĂŒhrt wurde, wegen eines Formfehlers bei der Umsetzung vor Gericht gekippt worden.

 

APA/Red

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