Familie Holtzbrinck ordnet Beteiligungen an „Zeit“ neu

Nach 17 Jahren gemeinsamer Eigentümerschaft kehrt die ZEIT-Verlagsgruppe zum Jahresbeginn 2027 vollständig unter das Dach von Holtzbrinck zurück.

05.06.2026 9:09
red04
© Adobe Stock
Das Medienhaus soll weiterhin auf Qualitätsjournalismus, Innovation und den Ausbau digitaler Angebote ausgerichtet bleiben.

Die Eigentümerstruktur der ZEIT Verlagsgruppe wird neu geordnet. Die Dieter von Holtzbrinck Medien (DvH Medien) überträgt ihren bislang gehaltenen Anteil von 50 Prozent an die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Damit soll die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck zum 1. Januar 2027 wieder alleinige Eigentümerin des Hamburger Medienhauses werden. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die zuständigen Kartellbehörden. Über den Kaufpreis vereinbarten die Beteiligten Stillschweigen.

Rückkehr zu einer früheren Eigentümerstruktur

Die ZEIT Verlagsgruppe gehört seit 1996 zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Im Jahr 2009 war es zu einer Aufteilung der Eigentumsverhältnisse gekommen: Dieter von Holtzbrinck übernahm damals im Zuge einer Neuordnung innerhalb der Unternehmerfamilie neben dem Handelsblatt und dem Tagesspiegel auch die Hälfte der Anteile an der ZEIT. Seitdem hielten beide Seiten jeweils 50 Prozent der Verlagsgruppe. Mit dem nun angekündigten Schritt wird die Eigentümerstruktur nach 17 Jahren wieder in einer Hand gebündelt.

Langfristig geplanter Schritt

Nach Angaben der beteiligten Unternehmen war die Möglichkeit einer vollständigen Übernahme bereits seit längerer Zeit vertraglich vorgesehen. Die Neuordnung sei Teil einer langfristigen Eigentümerstrategie und trage der engen Zusammenarbeit zwischen der ZEIT Verlagsgruppe und ihrem künftigen Alleingesellschafter Rechnung. In einer gemeinsamen Erklärung betonten Dieter von Holtzbrinck und Stefan von Holtzbrinck, die Bündelung der verlegerischen und unternehmerischen Verantwortung solle die Voraussetzungen für die weitere Entwicklung des Unternehmens in einer Phase tiefgreifender Veränderungen der Medienbranche schaffen.

Redaktion und Organisation ohne Änderung

Die Unternehmen erklärten zugleich, dass sich durch den Eigentümerwechsel weder am strategischen Kurs noch an den organisatorischen Strukturen der ZEIT Verlagsgruppe etwas ändern solle. Das Medienhaus bleibe weiterhin auf Qualitätsjournalismus, Innovation und den Ausbau digitaler Angebote ausgerichtet. Auch die publizistische Ausrichtung soll unverändert bleiben. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit zwischen der ZEIT Verlagsgruppe und anderen Unternehmen aus dem Umfeld von DvH Medien, darunter die Handelsblatt Media Group und die Verlagsgruppe Tagesspiegel, fortgesetzt werden. Bereits bestehende gemeinsame Beteiligungen bleiben nach Angaben der Unternehmen ebenfalls bestehen.

Wirtschaftlich solide Entwicklung

Die Neuordnung erfolgt in einer Phase wirtschaftlicher Stabilität der ZEIT Verlagsgruppe. Das Unternehmen zählt nach eigenen Angaben mehr als 500.000 Abonnenten und gehört zu den führenden Premium-Medienmarken Deutschlands. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die Verlagsgruppe einen Umsatz von rund 309,7 Millionen Euro, was einem leichten Wachstum gegenüber dem Vorjahr entspricht. Treiber der Entwicklung waren insbesondere die digitalen Abonnementangebote.

(red)

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