EU-Bürger wollen mehr Kinder-Schutz im Netz
Laut einer Eurobarometer-Umfrage sieht die Mehrheit der Europäer Handlungsbedarf beim Schutz von Kindern vor Online-Gefahren.
Eine Mehrheit der Bürger in der Europäischen Union spricht sich für gemeinsame Regeln zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in sozialen Medien aus. Laut einer am heutigen Montag veröffentlichten Eurobarometer-Umfrage unterstützen rund zwei Drittel der Befragten EU-weite Maßnahmen, die den Zugang zu sozialen Netzwerken altersabhängig begrenzen sollen. Besonders groß ist die Sorge vor Gefahren, denen Kinder und Jugendliche online ausgesetzt sein können. An erster Stelle der genannten Risiken stehen Cybermobbing und Belästigung. 71 Prozent der Befragten nannten diese Punkte als besonders problematisch. 70 Prozent äußerten Bedenken hinsichtlich Online-Anbahnung und sexueller Ausbeutung. Weitere häufig genannte Risiken sind der Kontakt mit schädlichen Inhalten wie Gewalt, Selbstverletzung oder extremistischen Inhalten sowie der mögliche Missbrauch personenbezogener Daten von Kindern. Beide Bereiche wurden jeweils von 69 Prozent der Befragten als Sorge genannt.
Altersgrenze für soziale Medien
Ein Expertengremium hat heute die Einführung einer Altersgrenze von 13 Jahren für soziale Medien empfohlen. Konkrete Vorschläge für mögliche Regelungen sollen im Herbst vorgestellt werden. Bei der Frage nach möglichen Einschränkungen befürworteten 36 Prozent der Befragten ein vollständiges Verbot der Nutzung sozialer Medien unterhalb einer bestimmten Altersgrenze. Weitere 27 Prozent sprachen sich dafür aus, den Zugang für Kinder und Jugendliche zeitlich nach hinten zu verschieben.
Informationsquelle im Alltag
Die Nutzung sozialer Medien ist in Europa weit verbreitet. Zwei Drittel der Befragten gaben an, täglich soziale Medien zu nutzen, um sich über aktuelle Ereignisse oder politische Themen zu informieren. Die Ergebnisse stammen aus dem Blitz-Eurobarometer 584 zu den Herausforderungen und Prioritäten der EU. Die Online-Befragung wurde vom 19. bis 24. Juni 2026 durchgeführt. Insgesamt nahmen 25.904 EU-Bürger aus allen 27 Mitgliedstaaten teil.
(APA/red)