Erste offizielle Kandidatin für ORF-Chefsessel

Die langjährige ORF-Managerin Lisa Totzauer kandidiert erneut für die Generaldirektion des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

19.05.2026 15:33
red04
© APA/HERBERT NEUBAUER
Lisa Totzauer

Mit Lisa Totzauer gibt es eine erste offizielle Bewerberin für die Wahl zur ORF-Generaldirektion. Die derzeitige Leiterin der ORF-TV-Magazine bestätigte auf APA-Anfrage ihre Kandidatur. Bereits bei der Wahl im Jahr 2021 hatte sie sich um den Spitzenposten beworben und damals fünf der insgesamt 35 Stimmen erhalten. In der damaligen Diskussion wurde sie als bürgerliche Alternative zum langjährigen ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz gesehen. Die aus Wien stammende Medienmanagerin arbeitet seit knapp 30 Jahren für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Am morgigen Mittwochvormittag will Totzauer bei einem Pressegespräch nähere Informationen zu ihrer Bewerbung bekanntgeben. Die Wahl der neuen ORF-Führung ist für den 11. Juni angesetzt.

Langjährige Karriere im ORF

Totzauer war im Laufe ihrer Karriere in zahlreichen Bereichen des ORF tätig. Unter anderem leitete sie ORF 1 als Channelmanagerin in einer Phase, in der Streamingplattformen insbesondere bei jungen Zielgruppen zunehmend Konkurrenz machten. In dieser Funktion setzte sie verstärkt auf Eigenproduktionen und wollte den Anteil amerikanischer Serien im Programm reduzieren. Zu den Projekten, die unter ihrer Verantwortung entstanden, zählen unter anderem „Starmania 21“ sowie Formate wie die Comedy-Serie „Wischen ist Macht“ und die Serie „Walking on Sunshine“, die im Hauptabendprogramm ausgestrahlt wurde. Auch Sendungen wie „Fakt oder Fake“ und die Reportagereihe „Das Leben ist schön“ wurden in dieser Zeit entwickelt.

Erfahrungen im Informationsbereich

Vor ihrer Tätigkeit im Unterhaltungs- und Magazinbereich arbeitete Totzauer unter anderem im Aktuellen Dienst des ORF-Landesstudios Niederösterreich sowie in der Redaktion der „Zeit im Bild“. Später war sie dort auch als Sendungsverantwortliche tätig. 2010 galt sie bereits als Kandidatin für die Leitung der TV-Magazine, übernahm diese Funktion jedoch erst zwölf Jahre später. Ex-ORF-Generaldirektor Roland Weißmann bestellte sie schließlich zur Hauptabteilungsleiterin für Magazine und Servicesendungen. Bei der Wahl zum ORF-Chef im Jahr 2021 war sie Weißmann unterlegen.

Auszeichnungen für Medienarbeit

Als Infochefin von ORF 1 verantwortete Totzauer unter anderem Formate wie „ZiB Flash“, „ZiB 20“, „DOKeins“ und das „ZiB Magazin“. Zudem war sie an der Entwicklung von Produktionen wie „Wahlfahrt“ und „Nationalraten – Die politische Quiz-Talk-Show“ beteiligt. Für ihre Arbeit erhielt sie mehrere Auszeichnungen. Das Branchenmagazin „Der Österreichische Journalist“ ehrte sie 2016 mit einem Sonderpreis für Innovation. Zwei Jahre später wurde sie als „Medienlöwin in Gold“ ausgezeichnet. In der Begründung wurde insbesondere ihre fachliche Qualifikation bei Neubesetzungen von ORF-Spitzenpositionen hervorgehoben.

(APA/red)

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