ED-Exklusiv: Clemens Pigs Bewerbung – Die Highlights
Innerhalb des heutigen Tages wird Clemens Pig seine Bewerbung zum ORF-Generaldirektor einreichen.

Im Morgengespräch mit Clemens Pig, teilt der APA-Vorstand mit, dass er seine Bewerbung zum ORF-Generaldirektor im Laufe des heutigen Tages abgeben wird.
Pig: „Mein Bewerbungsschreiben umfasst rund 130 Seiten. Die Hauptinhalte meines Schreibens und die wesentlichsten Punkte habe ich bereits bei meiner Keynote in Seefels bekanntgegeben.“
Befragt, was er dazu sagt, dass nach einer möglichen Wahl seine Wahl rechtlich angefochten werden könnte, meint Pig wörtlich: „Diesbezüglich bin ich extrem entspannt. Wir leben in einem funktionierenden Rechtsstaat.“
Wichtig sei für ihn, dass es viele Bewerber gebe, weil er damit am besten aus den anderen Bewerbern herausragen könne.
Pig weist darauf hin, dass es für die Führung des ORF viel mehr benötige, als nur die Kompetenz, als TV-Manager tätig gewesen zu sein oder Erfahrungen gesammelt zu haben. Es gehe um eine glaubwürdige Repräsentanz des Amtes. Um Public Value. Und um technisches Knowhow.
Es gäbe nur zwei Institutionen in Österreich des öffentlichen Rechts und das seien der ORF und die APA. Sein Wissen und Knowhow, vor allem im Streaming- und Videobereich, und seine digitalen Entwicklungen sowie deren Einbringungen in den Österreichischen Rundfunk wären in dieser Phase ein wichtiger Schritt für die Beständigkeit des ORF.
Pig habe unzählige Gespräche in alle Richtungen geführt. Er sei optimistisch, dass seine Bewerbung erfolgreich verlaufen werde, und habe viele positive Signale von allen Seiten erhalten.
Wichtig sei ihm auch, seine Agenden bei der APA für ein mögliches Ausscheiden fair und partnerschaftlich zu regeln. Und alles im Sinne seiner eigenen Verlässlichkeit und Vertragstreue für ein mögliches Ausscheiden aus der APA zu akkordieren und abzuwickeln. Und das habe er in die Wege geleitet.
Zum Kampagnisieren der Kronen Zeitung gegen ihn wollte sich Pig gegenüber ExtraDienst nicht äußern.
Weggefährten, die Pig gut kennen, kolportieren, dass Pig den Standpunkt vertritt, dass die Krone es wohl überzogen hätte. Weil jetzt alle wahrnähmen, was dort passiert und wie man dort agiere.
Pig gilt als besonnene und so gar nicht rachsüchtige Persönlichkeit. Trotzdem ist davon auszugehen, dass er das, was dieser Tag mit ihm gespielt wurde, definitiv im Gedächtnis behalten mag.
Sollte die Wahl nachträglich angefochten werden, wagt ExtraDienst an dieser Stelle eine kühne Vorhersage: Wenn etwa dem Stiftungsrat vorgeschrieben würde, dass die Wahl zum ORF-Generaldirektor in geheimer Wahl stattfinden müssen, dann werde die wohl wiederholt werden. In geheimer Wahl. Mit dem – gleichen – Ergebnis.
Mal sehen, ob es so läuft und wir wieder einmal prophetisch recht bekommen.
CEMU
PS: Wie Ingrid Thurnher soeben bekannt gab, werde sie sich nicht als ORF-Generaldirektorin bewerben und die ihr verbliebene Zeit nutzen, um die Weichen im ORF, auch wenn dies für manche unbequem sei, zu stellen.