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Dokumentarfilmerin und Journalist im Iran zu langer Haft verurteilt

Hatten sich mit regimekritischen Protesten solidarisiert
©unsplash

Staatsmedien: Deutscher im Iran festgenommen

Im Iran sind eine Dokumentarfilmerin und ein Journalist wegen VerstĂ¶ĂŸen “gegen die nationale Sicherheit” zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Die Filmemacherin und Sozialaktivistin Mozgan Ilanlu muss laut iranischer Onlinezeitung Emtedad zehn Jahre in Haft, der Zeitungsjournalist und politische Aktivist Aliresa Khoshbacht fĂŒnf Jahre, wie die Zeitung “Shargh” am Dienstag berichtete.

Ilanlu sei von einem Revolutionsgericht in der Hauptstadt Teheran zudem zu 74 Peitschenhieben verurteilt worden, hieß es weiter. Medienberichten zufolge hatte sich die Filmemacherin mit den Protesten solidarisiert.

Staatsmedien zufolge wurde zudem ein deutscher Staatsangehöriger festgenommen. Die Person soll in einer “sensiblen Zone” der SĂŒdwestprovinz Khuzestan fotografiert haben, berichtete die staatliche Zeitung “Jam-e Jam” am Dienstag. Zur IdentitĂ€t und dem Zeitpunkt der Festnahme gab es zunĂ€chst keine Informationen. Immer wieder kommt es in der Provinz zu Demonstrationen. Die deutsche Botschaft bemĂŒhe sich derzeit mit Hochdruck um AufklĂ€rung, hieß es aus dem deutschen Außenministerium.

Im Zuge der jĂŒngsten Protestwelle wurden nach Angaben der Justiz mindestens 40 auslĂ€ndische StaatsbĂŒrger festgenommen. Der Iran klagte einige mit dem Vorwurf der Spionage an. Kritiker werfen dem Iran vor, auslĂ€ndische StaatsbĂŒrger als politische Geiseln festzusetzen. Teheran weist diese VorwĂŒrfe zurĂŒck und begrĂŒndet die Festnahmen in der Regel mit der nationalen Sicherheit.

Seit Monaten protestieren Menschen im Iran gegen die repressive Politik. Ausgelöst wurde sie durch den Tod der iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini Mitte September 2022. Sie starb in Polizeigewahrsam, nachdem sie von den SittenwĂ€chtern wegen des Verstoßes gegen die islamischen Kleidungsvorschriften festgenommen worden war. Die Proteste wurden gewaltsam niedergeschlagen. Auf die Proteste folgt ein eiserner Kurs der iranischen Justiz.

APA/Red.

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