ChatGPT startet mit Werbung in Europa

Mit dem Start von Werbung in 31 europäischen Märkten setzt OpenAI seinen Strategiewechsel bei ChatGPT fort.

20.08.2026 15:56
red04
© Adobe Stock
Der europäische Start erfolgt sechs Monate nach dem Beginn eines ersten Werbetests in den USA.

Das KI-Unternehmen OpenAI weitet die Werbung in seinem Chatbot ChatGPT auf Europa aus. Ab Montag, den 24. August, sollen Anzeigen in 31 europäischen Märkten ausgespielt werden. Dazu gehören neben Österreich unter anderem Deutschland, die Schweiz, Frankreich, Spanien, Italien und Polen sowie die Benelux- und skandinavischen Länder.

Anzeigen sollen klar erkennbar sein

OpenAI will die Werbung deutlich von den eigentlichen Antworten des Chatbots abgrenzen. Dave Dugan, Vice President of Ads bei OpenAI, sagte der dpa, zwischen der ChatGPT-Antwort und einer möglichen Anzeige werde eine graue Linie angezeigt. Die Werbung befinde sich darunter und sei somit optisch von den Inhalten des Chatbots getrennt. Auch beim Datenschutz verspricht das Unternehmen eine klare Trennung. Werbekunden sollen keinen Zugriff auf die Unterhaltungen der Nutzer erhalten. Nach Angaben von Dugan werden keine Informationen aus den Chats an Werbetreibende weitergegeben. Dies sei insbesondere mit Blick darauf wichtig, dass ChatGPT auch für persönliche Anliegen genutzt werde.

Bezahlangebote bleiben werbefrei

Wer keine Anzeigen sehen möchte, kann nach Angaben von OpenAI auf die kostenpflichtigen Tarife Plus oder Pro wechseln. ChatGPT Plus kostet in Europa monatlich knapp 23 Euro, für ChatGPT Pro werden 229 Euro im Monat fällig. Der günstigere Tarif ChatGPT Go ist dagegen nicht werbefrei. Er kostet monatlich knapp sieben Euro.

Werbung als neue Einnahmequelle

Die Entscheidung für ein werbefinanziertes Angebot markiert einen Strategiewechsel bei OpenAI. Unternehmenschef und Mitgründer Sam Altman hatte Werbung früher grundsätzlich kritisch gesehen. Im Herbst 2025 zeigte er sich in Interviews jedoch offener für das Modell und verwies unter anderem auf Instagram. Werbung könne demnach einen Nutzen haben, wenn sie entsprechend gestaltet sei. Hinter der Ausweitung des Werbegeschäfts stehen auch die hohen Kosten für den Betrieb der KI-Modelle. OpenAI will zusätzliche Einnahmen erzielen und dabei insbesondere die große Zahl der Nutzer der kostenlosen ChatGPT-Version erreichen. Schätzungen zufolge verwenden weiterhin mehr als 80 Prozent der monatlich mehr als eine Milliarde ChatGPT-Nutzer das kostenlose Angebot. Neben Werbung setzt OpenAI deshalb auch auf günstigere Abonnements, um aus der großen Zahl kostenloser Nutzer zusätzliche Einnahmen zu generieren.

Europastart mit großen Agenturen

Der europäische Start erfolgt sechs Monate nach dem Beginn eines ersten Werbetests in den USA. Nach Unternehmensangaben wurde das ursprüngliche Pilotprojekt inzwischen zu einer globalen Werbeplattform ausgebaut, die von Zehntausenden Werbekunden genutzt wird. Für den Start in Europa arbeitet OpenAI zunächst mit großen Werbeagenturen zusammen. Dazu zählen Publicis, WPP, Omnicom, MediaPlus und Havas. Ein Werkzeug, mit dem kleinere Unternehmen und Selbstständige ihre Werbung selbst schalten können, soll nach Angaben des Unternehmens in Kürze verfügbar sein.

(APA/red)

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