Causa Weißmann: Are clear days coming?
Roland Weißmann will eine Strafanzeige wegen möglicher strafrechtlicher Verstöße im Zusammenhang mit seinem Rücktritt beim ORF einbringen.
Roland Weißmann, der gestern seinen 58. Geburtstag feierte, geht nun in die Offensive. Und irgendwie dürfte das nach dem Motto der Geburtstagswünsche von Verleger Christian W. Mucha erfolgen. Denn der übermittelte ihm den Satz: „On a clear day you can see forever.“
Denn nun lässt Weißmann eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien einbringen.
Weißmann lässt Strafanzeige prüfen
In einer Aussendung hieß es, es bestehe der Verdacht auf „strafrechtlich relevantes Verhalten mehrerer involvierter Personen“ im Zusammenhang mit den Vorgängen, die zu Weißmanns Rücktritt als ORF-Generaldirektor führten. Sein Anwalt, Norbert Wess, wollte auf APA-Anfrage keine Angaben zu Anzahl der beteiligten Personen oder zu möglichen Tatbeständen machen. Die Anzeige soll in Kürze eingebracht werden. Wess war zuvor mit der Prüfung der Causa beauftragt worden.
Weißmann bestreitet Vorwürfe
Weißmann hatte vor etwas mehr als einer Woche seinen Rückzug erklärt. Vorausgegangen war, dass sich eine Mitarbeiterin mit Vorwürfen über Weißmanns Verhalten an die ORF-Stiftungsratsvorsitzenden wandte. Weißmann bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe, die Beziehung zu der Mitarbeiterin sei in beidseitigem Interesse gewesen. Zudem habe er keinen vollständigen Überblick über das der ORF-Stiftungsratsspitze vorgelegte Material und sei bisher nicht angehört worden.
ORF-Manager weist Spekulationen zurück
ORF-Manager Pius Strobl wies kürzlich Spekulationen über ein persönliches Verhältnis zu der Frau, die die Vorwürfe erhoben hat, zurück. Sie sei weder Freundin noch Lebensgefährtin. Er kritisierte die Berichte als „unsinnige Theorien“ und sprach von einer „Täter-Opfer-Umkehr“. Strobl bestätigte zugleich, dass er eine Pensionsregelung einklagen müsse, die ihm 2010 vom damaligen ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz genehmigt worden sei. Weißmann verweigere diese Ansprüche. Interims-Generaldirektorin Ingrid Thurnher erklärte, dass diese Vereinbarung Anfang 2022 von einer Kanzlei und einem Universitätsprofessor überprüft wurde, beide kamen zu dem Ergebnis, dass sie nicht wirksam zustande gekommen sei.
Betroffene meldet sich
Exklusiv sprach der Falter nun erstmals mit der Betroffenen. Zitiert aus der Kommunikation wird nur ein einziger Satz von Weißmann: „Und dafür kannst scheißen gehen!“
Sukkus daraus: Die Sache wird immer verworrener. Aussage steht gegen Aussage. Die Presseabteilung des ORF arbeitet rund um die Uhr, um all dem Unwill Herr zu werden. Und die Causa zieht wohl einen Rattenschwanz an Rechtsfolgen, wo jeder jeden vor Gericht bringt, nach sich.

