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Bedroht Social Media das Recht auf Information?

Laut der UNESCO hat die Pandemie das Versagen der traditionellen Medien beschleunigt
©unsplash

Fallen die Einnahmen durch Werbung weg, könnten Printmedien kĂŒnftig vom Markt verdrĂ€ngt werden

Soziale Netzwerke seien eine „existenzielle Bedrohung“ fĂŒr traditionelle Nachrichtenmedien, deren GeschĂ€ftsmodell „kaputt“ sei. Diese Ansicht vertritt zumindest die UNESCO in einem aktuellen Bericht. Die Organisation sieht durch Social Media auch das Recht auf Information gefĂ€hrdet, was sich durch die Corona-Pandemie noch verstĂ€rkt habe.

Die vergangenen fĂŒnf Jahren hatten laut UNESCO massive Auswirkungen auf die Werbebranche. Demnach haben sich sowohl das Publikum, als auch Werbeschaltungen verstĂ€rkt auf das Internet verlagert, wodurch sich die Werbeeinnahmen von klassischen Print-Medien halbierten, was wiederum starken Druck auf die Branche aufbaute. Wer hingegen von der Entwicklung profitiert, sind Technik-Riesen wie Google und Meta. Allein diese beiden Firmen nahmen im vergangenen Jahr bereits rund die HĂ€lfte aller Werbegelder weltweit ein. Durch die Pandemie soll sich das dahingehend verschlimmert haben. dass viele Journalisten ihren Job verloren und zahlreiche Redaktionen ihren Betrieb schließen mussten. Besonders in LĂ€ndern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen sei es zu einem Vakuum in der Informationslandschaft gekommen.

Das grĂ¶ĂŸte Problem dabei ist, dass sich gerade auf sozialen Netzwerken so viele unterschiedliche Inhalte finden, dass zwangslĂ€ufig eine beachtliche Menge falsche Informationen beinhalten. Vielen Nutzerinnen mangelt es an der nötigen Medienkompetenz, um die Meldungen kritisch zu hinterfragen und zu ĂŒberprĂŒfen. Dies wĂ€re im Falle klassischer Medien nĂ€mlich die Aufgabe der Journalisten, die als sogenannte „Gate-Keeper“ fungieren. Gerade in der Coronakrise ist das Thema „Fake-News“ ein großes. So waren im September 2020 laut COVID19 Infodemics Observatory auf Twitter ĂŒber eine Million Postings mit ungenauen, unzuverlĂ€ssigen oder irrefĂŒhrenden Informationen rund um das Virus im Umlauf.

Kein leichter Job

Dass Journalist ein – milde gesagt – undankbarer Job ist, zeigten die jĂŒngsten Ereignisse rund um den Ukraine-Krieg, wo Journalisten inhaftiert werden, wenn sie etwas „falsches“ berichten. Aber generell wurde der Ton gegenĂŒber den Medienvertretern in den vergangenen Jahren rauer: Online-Gewalt gegen Journalisten ist mittlerweile fast Alltag, wobei weibliche Branchenleute besonders betroffen sind. Einer UNESCO-Analyse von 2021 zufolge waren schon mehr als 70 Prozent der Journalistinnen Online-Gewalt ausgesetzt. Ein erschreckendes FĂŒnftel erlebte auch Offline-Gewalt in Verbindung mit den Online-Drohungen.

Oft – wie auch im Falle von Russland – ist die TĂ€tigkeit sogar lebensgefĂ€hrlich. Im Zeitraum 2016 bis 2021 hat die UNESCO Tötungen von 455 Journalisten in Zusammenhang mit ihrem Job erfasst, tĂ€tliche Angriffe gab es weitaus mehr. Eine Gefahr sind dabei nicht nur autoritĂ€re Regime oder Behörden, die gegen Medienvertreter vorgehen, sondern auch angebliche „um die Gesellschaft Besorgte“ Menschen: „Eine betrĂ€chtliche Anzahl von Angriffen auf Journalisten wurde von BĂŒrgern begangen, die an Protesten teilnahmen“, vermerkt die UNESCO.

Pressetext/Red.

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