BBC und Channel 4 denken über Joint Venture nach
BBC und Channel 4 prüfen Insidern zufolge ein gemeinsames Unternehmen für Werbegeschäft, Sender und Streamingangebote.
Die britischen öffentlich-rechtlichen Sender BBC und Channel 4 prüfen Insidern zufolge eine weitreichende Zusammenarbeit bei mehreren Geschäftsbereichen. Im Gespräch ist unter anderem ein gemeinsames Unternehmen, in dem Teile des Werbegeschäfts von Channel 4, Sender wie E4 und Film4 sowie die Video-on-Demand-Angebote mit der kommerziellen BBC-Tochter UKTV gebündelt werden könnten. Das berichteten zwei mit den Gesprächen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Das mögliche Joint Venture könnte zu gleichen Teilen der BBC und Channel 4 gehören. Ziel wäre es, Kosten zu senken und die wirtschaftliche Basis der Sender angesichts sinkender Zuschauerzahlen und der wachsenden Konkurrenz durch große Streaminganbieter zu stärken.
Hauptsender von Channel 4 bleibt außen vor
Der Hauptsender von Channel 4 soll nicht Teil des möglichen Zusammenschlusses sein. Er könnte jedoch von Einnahmen aus dem gemeinsamen Unternehmen profitieren. Sprecher von BBC und Channel 4 wollten die Informationen nicht kommentieren, verwiesen aber auf die Bedeutung einer engeren Zusammenarbeit der öffentlich-rechtlichen Medien in einem zunehmend umkämpften internationalen Markt. Channel 4 befindet sich im Staatsbesitz, finanziert sich im Gegensatz zur BBC aber über Werbung. Die BBC wird hauptsächlich über Rundfunkgebühren finanziert. Ein Zusammenschluss von Unternehmensteilen wäre ein weitreichender Schritt für die britische Fernsehbranche. Die Regierung hatte Pläne für einen Verkauf von Channel 4 im Jahr 2023 nach heftiger Kritik wieder aufgegeben.
Beide Sender sparen
BBC und Channel 4 stehen derzeit unter erheblichem Kostendruck. Die BBC kündigte im Juni den Abbau von 550 Stellen an und will innerhalb von drei Jahren 500 Millionen Pfund einsparen. Channel 4 plant den Abbau von rund 340 Arbeitsplätzen. Das entspricht mehr als einem Viertel der Belegschaft. Die Gespräche über gemeinsame Geschäftsbereiche kommen damit in einer Phase, in der beide Sender ihre Kosten senken und ihre kommerziellen Aktivitäten neu aufstellen.
(APA/red)