Anzeige

VÖZ drängt auf Zustell- und Digitalförderung

Angesichts der schwierigen Lage der Branche mahnt der VÖZ die Regierung zu schnellem Handeln bei der Medienförderung.

11.05.2026 11:12
red04
© Adobe Stock
Der Verband argumentiert, dass die Zustellung von Printmedien – insbesondere in ländlichen und entlegenen Regionen – zunehmend teurer werde.

Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) hat einen Appell an die Bundesregierung gerichtet, angekündigte Fördermaßnahmen für die heimische Medienbranche rasch umzusetzen. Hintergrund ist die wirtschaftlich schwierige Lage vieler privater Medienunternehmen in Österreich. Nach Ansicht des Verbandes seien gezielte Förderungen notwendig, um die Titel- und Medienvielfalt langfristig zu sichern.

Rasche Umsetzung der Zustellförderung

VÖZ-Präsident Maximilian Dasch warnt davor, weitere Zeit verstreichen zu lassen. Private Medienunternehmen müssten sich auf politische Zusagen verlassen können. Besonders die im Regierungsprogramm vorgesehene Zustellförderung müsse nun rasch beschlossen werden. Der Verband argumentiert, dass die Zustellung von Printmedien – insbesondere in ländlichen und entlegenen Regionen – zunehmend teurer werde. Dadurch steige der wirtschaftliche Druck auf Verlage und Medienhäuser. Die geplante Vertriebsförderung sei daher ein wesentliches Instrument, um weiterhin alle Bevölkerungsgruppen mit qualitätsvollem Journalismus versorgen zu können. Laut VÖZ sei eine funktionierende demkratische Öffentlichkeit nur möglich, wenn sowohl digitale als auch analoge Medieninfrastrukturen erhalten bleiben. Die Förderung solle dazu beitragen, den öffentlichen Diskurs und die demokratische Teilhabe flächendeckend sicherzustellen.

Sorge um digitale Transformation

Neben der klassischen Vertriebsförderung verweist der Verband auch auf die Bedeutung der digitalen Transformation. Laut Dasch seien die Mittel aus dem Fonds zur Förderung der digitalen Transformation bereits seit Jahren überzeichnet. Nun seien die finanziellen Ressourcen ausgeschöpft, weshalb ab Juni keine weiteren Förderanträge mehr möglich seien. Der VÖZ sieht darin ein ernstes Problem für den Medienstandort Österreich. Gerade angesichts der starken Konkurrenz internationaler Big-Tech-Unternehmen seien Fördermaßnahmen notwendig, um heimische Medienhäuser beim Ausbau digitaler Reichweiten und digitaler Aboangebote zu unterstützen. Nach Ansicht des Verbandes hätten die bisherigen Projekt- und Anreizförderungen bereits positive Entwicklungen im digitalen Medienmarkt ermöglicht. Diese Investitionsimpulse müssten daher fortgeführt werden.

Verband fordert Aufstockung der Mittel

Der VÖZ spricht sich deshalb für eine rasche Aufstockung des Förderfonds aus. Als mögliche Finanzierungsquelle nennt der Verband Mittel, die ursprünglich für das Projekt „Meine Zeitung“-Abo vorgesehen waren. Ziel müsse eine deutliche Erhöhung der Dotierung sein, damit die Förderung ihre Wirkung weiterhin entfalten könne. Sollte die digitale Transformationsförderung wegfallen, drohe laut Dasch ein erhebliches Risiko für den heimischen Medienstandort. Der Verband appelliert daher eindringlich an die Bundesregierung, rasch Maßnahmen zur nachhaltigen Absicherung der Förderungen zu setzen. Ohne zusätzliche Unterstützung drohe privaten Medienunternehmen in Österreich weiterer wirtschaftlicher Druck.

(PA/red)

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag teilen

Das könnte Sie auch interessieren