USA: Meta und YouTube im Social-Media-Prozess

In Los Angeles beginnt ein Prozess gegen Tech-Konzerne, denen vorgeworfen wird, Suchtmechanismen für Kinder und Jugendliche entwickelt zu haben.

10.02.2026 13:15
red04
© Adobe Stock
Klage geführt wird gegen die Google-Mutter Alphabet sowie Meta, das hinter Plattformen wie Facebook und Instagram steht.

In den USA hat ein womöglich wegweisender Prozess gegen mehrere große Internetunternehmen begonnen. Die Kläger werfen den Tech-Konzernen vor, gezielt Suchtmechanismen für Kinder und Jugendliche entwickelt zu haben.

Eröffnungsplädoyers in Los Angeles

Am gestrigen Montag hielten die Anwälte der beteiligten Seiten ihre Eröffnungsplädoyers vor einer Geschworenenjury in Los Angeles. Mark Lanier, Anwalt der Kläger, warf Meta und YouTube vor, bei minderjährigen Nutzern „Sucht erzeugt“ zu haben. Klage geführt wird gegen die Google-Mutter Alphabet sowie Meta, das hinter Plattformen wie Facebook und Instagram steht. TikTok, betrieben vom chinesischen Unternehmen Bytedance, hatte kurz vor Prozessbeginn eine außergerichtliche Einigung erzielt. Den Unternehmen wird vorgeworfen, ihre Dienste gezielt suchtfördernd für Kinder und Jugendliche gestaltet zu haben.

Musterprozess für weitere Klagen

Für die kommende Woche sind die Zeugenaussagen hochrangiger Unternehmensvertreter vorgesehen. Meta-Chef Mark Zuckerberg wird voraussichtlich kommende Woche befragt, Instagram-Chef Adam Mosseri frühestens am morgigen Mittwoch. Auch Neil Mohan, der Chef von YouTube, soll zur Aussage geladen werden. Der Prozess unter Richterin Carolyn Kuhl konzentriert sich auf den Fall einer 19-jährigen Klägerin, deren Name mit K.G.M. abgekürzt wird. Sie wirft den Plattformbetreibern vor, sie abhängig gemacht und dadurch schwere psychische Schäden erlitten zu haben. Das Verfahren gilt als Musterprozess für zahlreiche ähnliche Klagen. Die Anwälte der Kläger greifen auf Strategien zurück, die bereits in den 1990er und 2000er Jahren gegen die Tabakindustrie angewendet wurden. Damals argumentierten Kläger, die Unternehmen verkauften ein schädliches Produkt. Meta wies die Vorwürfe im Vorfeld zurück, während ein Sprecher von YouTube die Anschuldigungen als „schlichtweg falsch“ bezeichnete.

(APA/red)

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