Raiffeisenbank bedauert Social Media Fail

Ein Video der Raiffeisenbank Rheintal in Dornbirn bietet allen Grund zur Empörung.

04.02.2026 17:25
Redaktion
© Adobe Stock
Symbolbild

Gewalt gegen Frauen – ein absolutes No-Go. Auch darüber zu scherzen, geht gar nicht. Nicht andeutungsweise, nicht satirisch, nicht einmal komödiantisch – die Zeiten sind vorbei. Humoristische Darstellungen von Gewalt gegen Frauen gelten heute medienethisch als nicht vertretbar.

Ein in sozialen Netzwerken veröffentlichtes Video der Raiffeisenbank Rheintal in Dornbirn sorgt derzeit für Entrüstung. Darin wird laut Beschreibungen “Gewalt gegen Frauen verharmlost” und sogar als vermeintlich witzig dargestellt.

In dem Clip wird ein Mann gezeigt und ein Text eingeblendet, dass er Stress habe und etwas schlagen wolle. Dann werden Bürogeräte gezeigt und deren Preis eingeblendet. Der Mann geht weiter zu einer Frau, bei der „Null Euro“ eingeblendet wird, dann springt er auf sie zu und das Video endet.

Nachdem die Reaktionen auf das Video überwiegend negativ ausgefallen waren, hat der Social Media Accountmanager den zu beanstandenden frauenfeindlichen und gewaltverherrlichenden Inhalt gelöscht.

Warum die Raiffeisenbank Dornbirn auf den Trend aufgesprungen sein könnte, erklärte Irina Oberguggenberger, Leiterin des ORF-Social-Media-Teams der „Zeit im Bild“: „Die Unternehmen versuchen verständlicherweise, die Sprache der Plattformen zu sprechen. Die ist oft humorvoll und extrem überspitzt. Es geht darum, Aufmerksamkeit zu erzeugen, aber dafür Gewalt gegen Frauen zu verharmlosen, ist einfach falsch.“

Wertloser Mensch?

Der Clip deutet auf mangelnde Sensibilität im Umgang mit viralen Social-Media-Trends hin, sonst hätte das Team wohl auf den „Stressiger-Tag-Trend“ als Vorlage verzichtet. Dass wirklich ein frauenfeindlicher Gedanke dahinter stand, darf man ruhig bezweifeln, auch wenn das Ergebnis danach aussieht.

Ebenso bedenklich ist das 0-Euro-Schild bei diesem Trend-Video, das zum Ausdruck bringt, dass eine menschliche Arbeitsleistung weniger wert erscheint als das Büroinventar.

Gernot Erne entschuldigte sich im Interview mit dem ORF: „Wir haben einen ganz klaren Freigabeprozess innerhalb unseres Social-Media-Teams, der allerdings in diesem Fall nicht funktioniert hat. Und wir leiten alles in die Wege, dass ein solcher Fehler nicht mehr passieren kann.“

Die Raiffeisenbank Dornbirn befinde sich bereits im Austausch mit Gewaltschutzzentren und hat Schulungen für die Mitarbeitenden angekündigt.

(red)

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