45 Mio. Euro Schulden: Mediashop vor Sanierung
Der Teleshopping-Anbieter Mediashop ist insolvent und will den laufenden Geschäftsbetrieb im Rahmen eines Sanierungsverfahrens fortführen.

Der im niederösterreichischen Neunkirchen ansässige Teleshopping-Sender Mediashop GmbH ist insolvent. Wie das Unternehmen am heutigen Nachmittag mitteilte, belaufen sich die Passiva auf rund 45 Millionen Euro. Nicht betroffen von der Insolvenz ist die deutsche Muttergesellschaft, die Mediashop International Group GmbH mit Sitz in Lindau. Die österreichische Tochtergesellschaft wird beim Landesgericht Wiener Neustadt die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung beantragen.
Sanierungsplan und Investorensuche
Den Gläubigern soll im Rahmen des Verfahrens ein Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent angeboten werden. Der operative Geschäftsbetrieb soll währenddessen fortgeführt werden. Zudem ist das Unternehmen auf der Suche nach einem strategischen Investor. Im Zuge des Sanierungsverfahrens wird geprüft, ob und in welchem Umfang weitere Gesellschaften der Mediashop-Gruppe von den finanziellen Schwierigkeiten betroffen sind.
1999 gegründet
Der Verkaufssender wurde 1999 gegründet. Das Sortiment umfasst Produkte aus den Bereichen Haushalt, Küche, Fitness, Gesundheit, Beauty und Lifestyle. Nach Unternehmensangaben betreibt Mediashop den TV-Sender „Meine Einkaufswelt“ und ist auf 175 TV-Stationen vertreten. Als Gründe für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nennt das Unternehmen tiefgreifende Veränderungen im Konsumverhalten sowie ein zunehmend anspruchsvolles Marktumfeld in den vergangenen Jahren.
Umsatz und Mitarbeiter
Der konzernweite Jahresumsatz soll zuletzt stabil bei rund 170 Millionen Euro gelegen sein. Insgesamt beschäftigt die Gruppe nach eigenen Angaben knapp 400 Mitarbeiter in zehn europäischen Ländern: Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, Niederlande, Ungarn, Tschechische Republik, Rumänien, Slowakei und Türkei. Das österreichische Hauptquartier befindet sich in Neunkirchen. Auf einer Fläche von 2.700 Quadratmetern sind dort rund 160 Mitarbeiter tätig.
(APA/red)