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Wrabetz wird KI-Beauftragter der Stadt Wien

Alexander Wrabetz übernimmt ehrenamtlich die neue Funktion als Beauftragter der Stadt Wien für Künstliche Intelligenz im Medienbereich.

03.03.2026 14:43
red04
© APA/MAX SLOVENCIK
Alexander Wrabetz

Der frühere ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz übernimmt eine neue Funktion für die Stadt Wien. Wie am heutigen Dienstag bei einem Termin mit Bürgermeister Michael Ludwig und Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak (beide SPÖ) bekanntgegeben wurde, wird Wrabetz Beauftragter für Künstliche Intelligenz im Medienbereich. Die Position ist bei der Wien Holding angesiedelt. Offiziell trägt Wrabetz den Titel „Bevollmächtigter der Stadt Wien für den Medienstandort Wien im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz“. Seine Tätigkeit übt er ehrenamtlich aus.

Reaktion auf strukturellen Wandel

Als Hintergrund für die neue Funktion verwies Ludwig auf die aktuelle Lage der Branche. Zunehmend würden Werbegelder an internationale Plattformen abfließen. Dieser Trend werde durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz weiter beschleunigt, sagte der Bürgermeister. Zugleich verwies er auf problematische Entwicklungen im digitalen Raum. Plattformen trügen unter anderem durch algorithmische Mechanismen und die Verbreitung von Falschinformationen zur Polarisierung bei. Parallel dazu seien in Österreich derzeit rund 1.000 Journalisten arbeitslos gemeldet. In den vergangenen Jahren seien zahlreiche Stellen im Medienbereich verloren gegangen. Der Druck auf die Branche sei entsprechend hoch.

Schnittstelle zwischen Stadt und Medien

Wrabetz soll nach den Worten Ludwigs als operative Schnittstelle zwischen Stadtverwaltung und Medienunternehmen fungieren und die Zusammenarbeit im Bereich Künstliche Intelligenz koordinieren. Ein Schwerpunkt werde auch auf Ausbildung und Qualifizierungsprogrammen liegen. Eine zeitliche Befristung der Funktion ist nicht vorgesehen. Wrabetz bezeichnete die Aufgabe als spannendes Projekt. Der Medienmarkt habe sich durch KI-Anwendungen zuletzt stark verändert, die Dynamik habe deutlich zugenommen. Darauf müsse reagiert werden. Kein einzelnes Medienhaus werde diese Herausforderung alleine bewältigen können, so Wrabetz.

Projekte und Einbindung des ORF

Ziel sei es, das vorhandene Know-how der Medienunternehmen zu bündeln. Auch der ORF solle in die Überlegungen eingebunden werden. Bis zum Sommer will Wrabetz ein Konzept vorlegen, welche konkreten Projekte umgesetzt werden könnten. Erste Gespräche mit Unternehmen hätten bereits stattgefunden, die Resonanz sei positiv gewesen. Neben Herausforderungen sollen auch Chancen berücksichtigt werden. KI-Anwendungen könnten etwa zur Steigerung der Produktivität beitragen, betonte Wrabetz. Er sehe seine Rolle klar beratend. Gesetzliche Änderungen lägen in der Zuständigkeit der Stadt, Fördermittel werde er nicht vergeben, stellte Ludwig klar. Laut Novak wird die neue Funktion organisatorisch in die Struktur der Wien Holding Media GmbH eingebettet.

(APA/red)

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