Vergleich in Millionenhöhe nach Social-Media-Klage
Ein Schulbezirk in Kentucky hat sich mit mehreren Social-Media-Konzernen auf einen Vergleich über rund 27 Millionen Dollar geeinigt.

Ein Schulbezirk im US-Bundesstaat Kentucky hat sich mit mehreren großen Social-Media-Unternehmen auf einen Vergleich in Höhe von insgesamt rund 27 Millionen US-Dollar (23,19 Millionen Euro) geeinigt. Das geht aus Unterlagen hervor, die von der Nachrichtenagentur Reuters eingesehen wurden. Die Dokumente legen erstmals die finanziellen Details der Einigung offen.
Millionenbeträge von mehreren Plattformbetreibern
Den größten Anteil an der Vergleichssumme zahlte Meta Platforms mit neun Millionen US-Dollar. Bereits zuvor hatten die Snapchat-Muttergesellschaft Snap sowie die TikTok-Muttergesellschaft ByteDance jeweils acht Millionen US-Dollar überwiesen. Von Alphabet, dem Mutterkonzern von YouTube, erhielt der Schulbezirk weitere 2,01 Millionen US-Dollar. Der Schulbezirk hatte ursprünglich mehr als 60 Millionen US-Dollar gefordert. Mit dem Geld sollten nach Angaben der Kläger Maßnahmen finanziert werden, die auf die Folgen sozialer Medien für die psychische Gesundheit von Schülern reagieren. Darüber hinaus verlangte der Bezirk gerichtliche Auflagen, die nach seiner Auffassung süchtig machende Funktionen auf den Plattformen einschränken sollten.
Geplanter Prozess wird vermieden
Durch die Vergleiche konnte ein Gerichtsverfahren abgewendet werden, das für Juni angesetzt war. Die beteiligten Unternehmen wiesen die Vorwürfe des Schulbezirks zurück und betonten, bereits umfangreiche Maßnahmen zum Schutz junger Nutzer umzusetzen. Der Fall steht nicht allein. In den Vereinigten Staaten sind derzeit Tausende vergleichbare Klagen von Privatpersonen, Kommunen und Schulbezirken anhängig. Im Mittelpunkt steht dabei häufig die Frage, ob soziale Netzwerke negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit junger Menschen haben und ob die Plattformbetreiber dafür Verantwortung tragen.
Jury urteilt gegen Meta und Alphabet
In einem viel beachteten Verfahren in Los Angeles kam eine Jury am 25. März zu dem Schluss, dass Meta und Alphabet Plattformen entwickelt hätten, die für junge Menschen schädlich seien. Einer heute 20-jährigen Klägerin wurden sechs Millionen US-Dollar Schadenersatz zugesprochen. Sie hatte angegeben, bereits als Kind eine Abhängigkeit von sozialen Medien entwickelt zu haben. Meta hat Investoren nach eigenen Angaben darauf hingewiesen, dass rechtliche und regulatorische Maßnahmen in den USA und der Europäischen Union im Zusammenhang mit der Nutzung sozialer Medien durch Jugendliche erhebliche Auswirkungen auf das Geschäft und die finanziellen Ergebnisse des Unternehmens haben könnten. Die laufenden Verfahren und politischen Debatten erhöhen den Druck auf die Branche, den Schutz junger Nutzer weiter auszubauen.
(APA/red)
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