Über 130.000 Kunden beteiligen sich an Klage
Mehr als 130.000 Verbraucher haben sich einer Sammelklage gegen die umstrittene Preiserhöhung von Amazon Prime angeschlossen.

Mehr als 130.000 Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland haben sich bislang der Sammelklage der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gegen die Preiserhöhung von Amazon Prime angeschlossen. Nach Angaben der Verbraucherschützer können sich Betroffene weiterhin in das Klageregister eintragen.
Hintergrund ist die Anhebung der Prime-Mitgliedsgebühren im Jahr 2022. Die Verbraucherzentrale hält die Preisänderung für unzulässig und verweist auf Urteile des Landgerichts sowie des Oberlandesgerichts Düsseldorf. Beide Gerichte erklärten die von Amazon verwendete Preisanpassungsklausel für unwirksam. Da Amazon Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt hat, ist die Entscheidung jedoch noch nicht rechtskräftig.
Vor diesem Hintergrund reichte die Verbraucherzentrale Ende 2025 eine Sammelklage beim Oberlandesgericht Hamm ein. Sollte die Klage erfolgreich sein, könnten registrierte Kunden zu viel gezahlte Beiträge zurückerstattet bekommen. Je nach Tarif seien derzeit Rückzahlungen von bis zu rund 60 Euro möglich.
Amazon weist die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen betont, die Kunden transparent und im Einklang mit geltendem Recht über die Preisänderungen informiert zu haben. Zudem habe jederzeit die Möglichkeit bestanden, die Prime-Mitgliedschaft zu kündigen. Aus diesem Grund hält Amazon an seiner rechtlichen Position fest und strebt eine Klärung vor dem Bundesgerichtshof an.
Seit September 2022 kostet Amazon Prime in Deutschland bei jährlicher Zahlung 89,90 Euro statt zuvor 69 Euro. Der monatliche Preis stieg von 7,99 auf 8,99 Euro. Als Begründung führte Amazon gestiegene Kosten an.
APA/Red.
