Trump und die Medien: Ein Jahr der Konflikte
Mit Amtsantritt begann 2025 ein Jahr, in dem Trump Medien mehrfach verklagte und öffentlich attackierte.

20. Jänner 2025: Amtsantritt
Am 20. Jänner 2025 wurde Donald J. Trump offiziell als Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt – erstmals seit 1893 wurde damit ein Präsident nicht aufeinanderfolgend wiedergewählt, sondern trat eine zweite, nicht-kontinuierliche Amtszeit an.
Mit der Amtseinführung begann zugleich eine neue politische Phase – ein Jahr, in dem sein Verhältnis zu den Medien bald einer harten Prüfung unterzogen werden sollte.
Frühjahr–Sommer 2025: Erste Auseinandersetzung
Bereits im Sommer einigten sich Paramount Global (Mutterkonzern von CBS News / 60 Minutes) und Trump auf einen Vergleich im Streit um eine angeblich irreführend bearbeitete Sendung. Paramount zahlte 16 Mio. US-Dollar – die Summe war laut Vereinbarung nicht direkt für Trump, sondern für seine künftige Präsidentenbibliothek vorgesehen.
Die Vereinbarung markierte eine der ersten großen juristischen Schlachten der neuen Amtszeit – und offenbarte, dass Medienhäuser selbst mit wirtschaftlichen Mitteln eine Auseinandersetzung mit Trump präferieren konnten, anstatt langwierige Verfahren zu führen.
Herbst 2025: Streit mit der BBC um Schnitt
Im November geriet die BBC in die Schlagzeilen: Eine von ihr ausgestrahlte Dokumentation über Trumps 6. Jänner-Rede (Tag des Kapitolsturms 2021) enthielt einen Zusammenschnitt, der nach Darstellung der BBC mittlerweile irreführend war — Teile, die zeitlich auseinander lagen, wurden so geschnitten, dass der Eindruck eines unmittelbaren Aufrufs zur Gewalt entstand.
Nach Ermittlungen und öffentlichem Druck entschuldigte sich die BBC für den Fehler. Der Sender lehnte allerdings Trumps Forderung nach Schadenersatz ab und wies eine juristische Grundlage für eine Verleumdungsklage zurück.
Dennoch kündigte Trump eine mögliche Klage gegen die BBC an — mit Forderungen zwischen 1 und 5 Milliarden Dollar.
In der Folge traten zwei der ranghöchsten BBC-Manager zurück – ein Ereignis, das weltweit Aufmerksamkeit erregte und die Debatte über Medienverantwortung, Schnittpraxis und politische Einflussnahme neu entfachte.
Spätherbst 2025: Öffentliche Attacken auf Medienvertreter
Ende November 2025 sorgte eine Pressekonferenz für Aufsehen: Nach Berichten über einen Schussangriff auf Mitglieder der Nationalgarde in Washington reagierte Trump auf Nachfragen einer Reporterin mit der Beleidigung „a stupid person“.
Kurz zuvor hatte er bereits einer anderen Journalistin negative Kommentare gemacht, was Teil einer Serie persönlicher Angriffe auf Medienschaffende darstellt.
Diese Vorfälle illustrieren ein deutlich aggressiveres Verhältnis gegenüber kritischer Berichterstattung – und zeigen, wie Trump das Medium Reporter:in selbst ins Visier nahm.
Medien beeinflussen die Öffentlichkeit
2025 wurde klar, dass unter Trump Medienrechte und journalistische Praxis stärker denn je auf die Probe gestellt sind:
- US-Medienhäuser wie Paramount entschieden sich im Zweifel für Vergleiche statt für juristische Auseinandersetzungen – was Fragen nach redaktioneller Unabhängigkeit und ökonomischem Druck aufwirft.
- Öffentlich-rechtliche Medien wie die BBC sahen sich gezwungen, Schnittfehler und redaktionelle Fehltritte einzugestehen – inklusive formeller Entschuldigung und personeller Konsequenzen.
- Der persönliche Ton, mit dem Journalisten konfrontiert wurden, veränderte sich spürbar und stellt die freiheitliche Funktion der Presse als Kontrolle von Macht infrage.
Für unabhängigen Journalismus – in den USA wie international – bedeutet dies ein Jahr, in dem Trump jene Medien unter Druck gesetzt hat, die seine Person durchwegs kritisch porträtieren.
(red)