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Thurnher setzt Transparenz-Beirat zur Aufarbeitung ein

Ein Beirat aus externen Fachleuten soll den ORF in einer Phase der Klärung offener Fragen und strategischen Neuaufstellung begleiten.

27.03.2026 9:51
red04
© ORF/Hans Leitner
Ingrid Thurnher

Nachdem Ingrid Thurnher am 12. März vom ORF-Stiftungsrat einstimmig zur interimistischen Generaldirektorin des ORF bestellt wurde, erhielt sie den Auftrag, rasch Maßnahmen zur Aufarbeitung offener Vorwürfe einzuleiten und für mehr Transparenz sowie klare Verantwortlichkeiten zu sorgen. Gleichzeitig soll ein sicheres Arbeitsumfeld innerhalb des Unternehmens gewährleistet werden.

Beirat als erstes Signal

Als erste konkrete Maßnahme hat Thurnher die Einsetzung eines Transparenz-Beirats veranlasst. Das unabhängige Gremium soll den ORF bei der Aufarbeitung der jüngsten Entwicklungen unterstützen und externe Expertise in zentralen Fragen einbringen. Den Vorsitz übernimmt die Rechtsanwältin Bettina Knötzl, die auch an der Spitze von Transparency International Austria steht. Damit soll ein besonderer Fokus auf den Bereichen Antikorruption, Compliance und rechtliche Aufarbeitung liegen. Dem Beirat gehören darüber hinaus Elisabeth Brameshuber, Susanne Kalss, Andrea Pilecky, Christopher Schrank und Alfred Autischer an. Sie sollen Expertise aus den Bereichen Arbeitsrecht, Unternehmensrecht, Compliance, externe juristische Beratung sowie Kommunikation einbringen.

Unabhängige Prüfung im Mittelpunkt

Der neu geschaffene Beirat setzt sich aus Fachleuten unterschiedlicher Disziplinen zusammen und soll die in den vergangenen Wochen erhobenen Vorwürfe umfassend untersuchen. Die Mitglieder sollen weisungsfrei arbeiten und haben den Auftrag, mögliche Missstände lückenlos aufzuklären sowie daraus resultierende Konsequenzen aufzuzeigen. Neben der Analyse konkreter Sachverhalte geht es auch darum, strukturelle Verbesserungen im ORF zu erarbeiten. Insbesondere in den Bereichen Governance und Compliance sollen nachhaltige Maßnahmen entwickelt werden, um Transparenz und Nachvollziehbarkeit künftig zu stärken.

Vertrauen als zentrale Herausforderung

Im Zentrum der Initiative steht die Wiederherstellung von Vertrauen – sowohl innerhalb des Unternehmens als auch gegenüber der Öffentlichkeit. Thurnher betonte, dass Vertrauen nur durch Transparenz und konsequentes Handeln entstehen könne. Der ORF sei dem Publikum verpflichtet und müsse dieser Verantwortung gerecht werden. Die Arbeit des Transparenz-Beirats hat bereits begonnen. Zu Beginn steht eine umfassende und unabhängige Analyse jener Vorgänge, die aktuell Gegenstand öffentlicher Debatten sind. Ziel ist es, auf dieser Grundlage konkrete Schritte für eine nachhaltige Weiterentwicklung des ORF abzuleiten.

(PA/red)

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