Stephen Colbert verlässt die Late-Night-Bühne

Die „Late Show“ wird eingestellt, Stephen Colbert verabschiedet sich damit nach fast zehn Jahren als Gastgeber.

18.05.2026 11:54
red04
© ANGELA WEISS / AFP
Colbert übernahm die „Late Show“ 2015.

Der US-Satiriker Stephen Colbert beendet seine Tätigkeit als Late-Night-Moderator. Am 21. Mai wird er die „Late Show“ ein letztes Mal präsentieren. Damit endet für ihn eine fast 30-jährige Laufbahn im US-Nachtfernsehen – von der „Daily Show“ mit Jon Stewart über den „Colbert Report“ bis zur „Late Show“, die er 2015 übernahm.

Unterstützung aus der Branche

Mehrere Kollegen reagierten mit Solidarität. Jimmy Kimmel kündigte an, seine Sendung am Tag der finalen Ausgabe auszusetzen. Kurz vor dem Ende war Kimmel außerdem gemeinsam mit John Oliver, Jimmy Fallon und Seth Meyers in seiner Show zu Gast, um Unterstützung zu zeigen.

Wirtschaftliche Begründung

CBS hatte die Einstellung der „Late Show“ bereits im vergangenen Sommer angekündigt. Offiziell wurden wirtschaftliche Gründe genannt. In der Branche wird jedoch auch über politische Einflüsse diskutiert, vor allem im Zusammenhang mit Colberts wiederholter Kritik an US-Präsident Donald Trump. Die Entscheidung fiel zudem in eine Phase finanzieller und struktureller Belastungen beim Mutterkonzern Paramount, der unter anderem in politische und rechtliche Auseinandersetzungen verwickelt war.

Late Night Shows verlieren an Reichweite

Late-Night-Formate gelten als teuer in der Produktion, während Werbeeinnahmen sinken. Gleichzeitig verlagert sich das Publikum zunehmend in soziale Netzwerke, wo vor allem kurze Ausschnitte konsumiert werden. Die Produktionskosten der „Late Show“ sollen zuletzt über den Einnahmen gelegen haben. Als Nachfolgeformat ist auf dem Sendeplatz „Comics Unleashed“ vorgesehen, eine deutlich kostengünstigere Produktion.

Politische Spannungen

Seit dem Aufstieg von Donald Trump haben sich Late-Night-Shows stärker politisiert. Trump kritisierte Colbert und andere Moderatoren wiederholt öffentlich. Innerhalb der Branche wird diskutiert, ob das Genre zunehmend als politisches Medium wahrgenommen wird. Gleichzeitig hat sich die US-Medienlandschaft weiter polarisiert. Während viele Late-Night-Formate eher dem liberalen Spektrum zugeordnet werden, haben konservative Anbieter wie Fox mit „Gutfeld“ eigene Konkurrenzformate etabliert.

Wie es für Colbert weitergeht

Colbert selbst äußerte sich zurückhaltend zum Ende seiner Sendung und betonte vor allem seine Verantwortung gegenüber seinem Team. Für die Zeit danach stehen verschiedene Projekte im Raum, darunter Comedy, Podcasts und Drehbucharbeiten. Außerdem arbeitet er nach eigenen Angaben an einem Filmprojekt im Umfeld von „Der Herr der Ringe“.

(APA/red)

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag teilen

Das könnte Sie auch interessieren