Social Media als Newsquelle im Aufwind
Vor allem junge Menschen informieren sich zunehmend über Social Media, während das Vertrauen in Nachrichten insgesamt stabil bleibt.
Der aktuelle Digital News Report 2026 des Reuters Institute zeigt, dass das Vertrauen in Nachrichten in Österreich gegenüber dem Vorjahr weitgehend stabil geblieben ist. Rund 39 Prozent der Erwachsenen geben an, den Nachrichten meist zu vertrauen. Damit liegt Österreich über dem internationalen Durchschnitt, auch wenn das Niveau weiterhin unter den Höchstwerten der vergangenen Jahre liegt.
Besonders hoch ist das Vertrauen in die Nachrichtenangebote des ORF, denen knapp zwei Drittel der Befragten Glaubwürdigkeit zusprechen. Ebenfalls hohe Werte erzielen Qualitätsmedien wie „Der Standard“ und „Die Presse“ sowie regionale und lokale Zeitungen. Boulevardmedien werden dagegen deutlich kritischer bewertet.
Trotz der anhaltenden Dominanz des Fernsehens als wichtigste Nachrichtenquelle gewinnen soziale Medien weiter an Bedeutung. Fast jede fünfte befragte Person nennt Social Media mittlerweile als primäre Informationsquelle. Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend bei den 18- bis 24-Jährigen: In dieser Altersgruppe beziehen beinahe die Hälfte der Befragten ihre Nachrichten hauptsächlich über soziale Netzwerke, während klassische Fernsehnachrichten nur noch eine vergleichsweise geringe Rolle spielen.
Künstliche Intelligenz wird bislang nur selten als zentrale Nachrichtenquelle genutzt. Gleichzeitig wächst jedoch das Interesse an KI-Chatbots als Informations- und Recherchewerkzeug. Vor allem die Möglichkeit, Inhalte erklären zu lassen oder Sprachübersetzungen zu erhalten, wird von Nutzerinnen und Nutzern geschätzt. Dennoch äußert ein großer Teil der jüngeren Generation Sorgen darüber, verlässliche Informationen und Falschmeldungen im Internet ausreichend unterscheiden zu können.
Rückläufig entwickelt sich hingegen die Bereitschaft, für digitale Nachrichtenangebote zu bezahlen. Zwar liegt Österreich weiterhin über dem weltweiten Durchschnitt, dennoch ist der Anteil der zahlenden Nutzerinnen und Nutzer im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Wer für Onlinejournalismus bezahlt, nennt als wichtigste Gründe die Unterstützung unabhängiger Medien sowie den Zugang zu exklusiven Inhalten.
Erstmals untersuchte die Studie auch die Wahrnehmung öffentlich-rechtlicher Medien. Dabei bewerten deutlich mehr Menschen deren gesellschaftlichen Beitrag positiv als negativ. Insgesamt zeichnet der Bericht ein Bild eines sich wandelnden Medienkonsums, bei dem digitale Plattformen zunehmend an Bedeutung gewinnen, traditionelle Nachrichtenangebote jedoch weiterhin großes Vertrauen genießen.
APA/Red.
