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So schaffen wir das

Die Corona-Krise trifft alle Medienmacher in gleichem Umfang hart. EinbrĂŒche bei den Inseratvolumina, Homeoffice und damit einhergehend komplizierter gewordene AblĂ€ufe sind nur zwei der zu meisternden Herausforderungen.
© Pixabay

Nicht nur eine monothematische Nachrichtenlage macht den Medien zu schaffen, sondern auch ein deutlicher Inseratenschwund

Es sind harte Zeiten fĂŒr die heimische Medienlandschaft angebrochen. Schwindende Werbeeinnahmen, komplizierte ProduktionsablĂ€ufe, kein Arbeiten auf Zuruf mehr. SelbstverstĂ€ndliche Prozedere können plötzlich nicht mehr zur Anwendung kommen. Es bedarf also enormer Innovationskraft und Innovationsgeist, um ein Medienschiff erfolgreich durch die Corona-Krise zu manövrieren.
Martina Salomon, Chefredakteurin des Kurier, erklĂ€rt: „Wir haben das Haus auf vier schlanke Newsroom-Teams umgestellt (zwei werktags, zwei kleinere am Wochenende), die einander nie ĂŒberschneiden, damit ein Fall nicht alle in QuarantĂ€ne schickt. 90 Prozent der Mannschaft arbeiten jeweils im Homeoffice, einige Kollegen (vor allem in Sport, Kultur und Layout) sind auf Kurzarbeit gestellt. Wir haben fĂŒr die Zeit der Krise wieder ein eigenes Online-Team gebildet – danach werden die Redaktionen wieder wie davor zusammengelegt. Die Morgenkonferenz wurde auf 9.15 Uhr vorverlegt, wir kommunizieren zwei- bis dreimal am Tag per „Teams“-Videokonferenz und haben zahllose WhatsApp-Gruppen gebildet. Die Platzierung in der Zeitung wird „zentral“ von der Chefredaktion vergeben. Der Zeitungsumfang wurde reduziert. Wir haben derzeit doppelt so viele Onlinezugriffe und stark wachsende Print-Verkaufszahlen. Aber es gibt EinbrĂŒche beim Anzeigenvolumen. Das Leserinteresse war enorm stark, viel mehr Lesermails als sonst sind eingetrudelt.“

Gestiegenes BedĂŒrfnis nach Wirtschaftsthemen

Wie die meisten Medien leidet naturgemĂ€ĂŸ auch der trend unter sinkenden Werbeeinnahmen aufgrund der Krise, erklĂ€rt Chefredakteur Andreas Lampl auf Anfrage des ExtraDienst. Bis Ende Juni wurde daher fĂŒr den trend gemeinsam mit den anderen Titeln der VGN Medien Holding Kurzarbeit angemeldet, die auch schon umgesetzt ist. „Um mit den verringerten KapazitĂ€ten zu Rande zu kommen, lassen wir je eine Ausgabe in den Monaten April, Mai und Juni ausfallen. Eine betraf den Karfreitag, die beiden anderen werden an ‚Fenstertagen‘ entfallen. Parallel dazu ist der Heftumfang im Schnitt leicht reduziert (unter 10 Prozent).“
Um einen Teil des AnzeigenrĂŒckgangs zu kompensieren, forciert trend Themenkooperationen mit Unternehmen und Institutionen, was laut Lampl recht gut lĂ€uft. Lampl: „Außerdem wurden die BemĂŒhungen um neue Abonnenten verstĂ€rkt, wobei wir auf das in der Krise gestiegene InformationsbedĂŒrfnis der Menschen nach Wirtschaftsthemen setzen. Im Moment lĂ€uft zum Beispiel eine zeitlich begrenzte Gratis-Aktion fĂŒr das trend-E-Paper, die helfen soll, neue Abonnenten zu gewinnen.“
Lampl erklĂ€rt die Arbeitsweise: „Die gesamte trend-Mannschaft befindet sich im Homeoffice. Wir haben zwei bis drei Telefon-Redaktionskonferenzen pro Woche, dazu eine Menge bilateraler Telefonate und eine Redaktion-Chatgruppe. Alle Kollegen, auch die stĂ€ndigen Freien, haben von zu Hause aus vollen Zugang zum Redaktionssystem. Vier Ausgaben wurden bereits produziert, ohne dass sich die trend-Leute physisch begegnet sind – außer in einigen sehr seltenen Ausnahmen. Zusammenarbeit und AblĂ€ufe funktionieren erstaunlich gut, auch wenn die Möglichkeit fehlt, etwas auf Zuruf zu klĂ€ren.“

Von Ernst F. MĂŒller

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