Schutz bei Online-Käufen und Kleinkrediten
Ein neues Verbraucherkreditgesetz soll Konsumenten besser vor Überschuldung durch Online-Käufe und Kleinkredite schützen.
In Österreich soll ein neues Verbraucherkreditrechtsänderungsgesetz für mehr Sicherheit bei Online-Käufen und digitalen Kreditangeboten sorgen. Ziel ist es, insbesondere jüngere Konsumentinnen und Konsumenten besser vor einer möglichen Überschuldung zu schützen, die durch einfache Zahlungsmodelle im Internet oder In-App-Käufe entstehen kann.
Laut Justizministerium wird das Problem häufig unterschätzt, da sich kleine Kreditbeträge oder Ratenzahlungen im Hintergrund schnell zu größeren finanziellen Belastungen summieren können. Die Gesetzesinitiative soll dabei nicht Kreditaufnahmen verhindern, sondern für mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit im digitalen Finanzmarkt sorgen.
Künftig sollen auch sehr kleine Kredite sowie „Buy now, pay later“-Modelle denselben strengen Regeln unterliegen wie klassische Bankkredite. Kreditgeber werden verpflichtet, die Zahlungsfähigkeit der Kundinnen und Kunden sorgfältiger zu prüfen, auch wenn automatisierte oder KI-gestützte Systeme zum Einsatz kommen. Zudem sollen Kreditangebote standardisiert und damit besser vergleichbar werden.
Darüber hinaus sind strengere Vorgaben für Werbung und Marketing vorgesehen, insbesondere im Bereich sozialer Medien. Ziel ist es, irreführende oder zu aggressive Kreditangebote einzuschränken. Gleichzeitig wird der rechtliche Rahmen an neue digitale Finanzprodukte angepasst.
Das Gesetz basiert auf einer EU-Richtlinie und sieht zusätzliche Schutzrechte vor, etwa das Recht auf menschliche Überprüfung automatisierter Kreditentscheidungen sowie klar geregelte Widerrufs- und Rückzahlungsrechte. Die Regierungsvorlage wurde dem Ministerrat vorgelegt, das Inkrafttreten ist für den 20. November 2026 geplant.
APA/Red.