Rettung für Mediashop zeichnet sich ab
Hinter der geplanten Übernahme von Markenrechten und Warenbeständen von Mediashop steht die One Stop GmbH aus Mödling.
Für den insolventen Teleshopping-Anbieter Mediashop gibt es eine mögliche Zukunftsperspektive. Die Vermögenswerte des Unternehmens aus Neunkirchen gehen an die One Stop GmbH eines Investors aus Mödling. Damit könnte der Geschäftsbetrieb zumindest teilweise weitergeführt werden. Die endgültige Entscheidung steht jedoch noch aus, da die Zustimmung des Insolvenzgerichtes erforderlich ist. Laut einem gestrigen Bericht des Kurier wurde der Kaufvertrag bereits am vergangenen Wochenende unterzeichnet, allerdings unter der aufschiebenden Bedingung der gerichtlichen Genehmigung.
Markenrechte und Warenlager Teil des Deals
Zum übernommenen Paket zählen unter anderem die Markenrechte sowie das vorhandene Warenlager. Künftig soll Mediashop von Patrick Schenner geführt werden. Der Masseverwalter Michael Lentsch äußerte sich zufrieden über die Entwicklung und hob hervor, dass damit Arbeitsplätze erhalten bleiben könnten. Ohne diese Lösung wäre aus seiner Sicht ein vollständiger Zusammenbruch des Unternehmens wahrscheinlich gewesen.
Mehrere Interessenten
Im Rahmen des Verfahrens wurden dem Masseverwalter insgesamt 15 Angebote vorgelegt. Mehrere davon bewegten sich zwar in ähnlicher Größenordnung, wurden jedoch nur unverbindlich eingebracht. Der Gläubigerausschuss stimmte dem Verkauf an die One Stop GmbH bereits zu und folgte damit der Empfehlung des Masseverwalters.
Gescheiterter Sanierungsversuch
Mediashop hatte Ende Februar Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen beschäftigte zu diesem Zeitpunkt 163 Mitarbeiter. Die Verbindlichkeiten wurden mit rund 55,27 Millionen Euro angegeben. Davon entfielen unter anderem 14,56 Millionen Euro auf Bankverbindlichkeiten, 11,08 Millionen Euro auf Lieferungen und Leistungen sowie 22,25 Millionen Euro auf konzerninterne Schulden. Ein ursprünglich angestrebter Sanierungsplan scheiterte, wodurch schließlich ein Konkursverfahren eröffnet wurde. Die wirtschaftliche Lage hatte sich bereits über längere Zeit verschlechtert: Seit dem Geschäftsjahr 2022/23 summierten sich die Verluste auf rund 42 Millionen Euro.
Reduzierter Betrieb
Um eine Verwertung des Unternehmens als Ganzes zu ermöglichen, blieben auf Bitte des Masseverwalters 34 Mitarbeiter im Betrieb, um einen eingeschränkten Weiterbetrieb sicherzustellen. Nach der geplanten Übernahme soll die Beschäftigtenzahl laut Bericht wieder steigen und sich zumindest verdoppeln. Für zusätzliche Diskussion sorgt eine im Frühjahr 2025 erfolgte Dividendenausschüttung in Höhe von rund 17 Millionen Euro an die deutsche Muttergesellschaft Mediashop International Group. Der Masseverwalter stellt die Frage, ob diese Zahlung mit Kapitalerhaltungsvorschriften vereinbar war. Derzeit werden mögliche Organhaftungsansprüche gegen Verantwortliche geprüft.
(APA/red)
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