Pressefreiheitspreis geht an inhaftierten Verleger
Für seinen Einsatz für Demokratie und Pressefreiheit in Hongkong erhält Jimmy Lai die Auszeichnung deutscher Medienverbände.
Der inhaftierte Hongkonger Verleger Jimmy Lai wurde in diesem Jahr mit dem deutschen „Pressefreiheitspreis“ des Medienverbands der freien Presse und des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger ausgezeichnet. Laut einer Mitteilung der Verbände wird Lai für seinen Einsatz für Demokratie und Pressefreiheit in Hongkong geehrt.
Verurteilung in Hongkong
Jimmy Lai war in der chinesischen Sonderverwaltungsregion zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Im Dezember wurde er wegen Verschwörung zur Zusammenarbeit mit ausländischen Kräften sowie der Veröffentlichung aufrührerischer Inhalte schuldig gesprochen. Lai, der auch über einen britischen Pass verfügt, zählt zu den bekanntesten Stimmen der prodemokratischen Bewegung Hongkongs.
Auszeichnung für Österreich-Korrespondentin
Neben Lai werden auch die langjährige Österreich-Korrespondentin der „Süddeutschen Zeitung“, Cathrin Kahlweit, für ihre Berichterstattung aus Osteuropa, sowie der Krisen- und Konfliktjournalist der Funke Mediengruppe, Jan Jessen, ausgezeichnet. Die Preisverleihung ist für den 6. Mai in Berlin angesetzt. Die Präsidentin des Deutschen Bundestags, Julia Klöckner, übernimmt die Schirmherrschaft der Veranstaltung und wird eine Rede halten.
Preisdetails und frühere Preisträger
Die Auszeichnungen sind jeweils mit 10.000 Euro dotiert. Die Verbände ehren damit Journalisten, Persönlichkeiten und Organisationen, die unter schwierigen Bedingungen für Pressefreiheit, Glaubwürdigkeit und verlässliche Informationen eintreten. Frühere Preisträger sind unter anderem das Investigativzentrum ICJK, das nach dem ermordeten slowakischen Journalisten Jan Kuciak benannt ist, der türkische Journalist Can Dündar sowie der Kriegsreporter Paul Ronzheimer.
(APA/red)