Paramount schließt Warner-Übernahme ab
Paramount hat die Übernahme von Warner Bros. Discovery abgeschlossen und bündelt damit zahlreiche bekannte Film- und Streamingmarken.
Mit der Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount entsteht in Hollywood ein neuer Großkonzern. Paramount schloss die rund 110 Milliarden Dollar schwere Transaktion nun ab. Das gemeinsame Unternehmen firmiert unter dem Namen Skydance und vereint bekannte Film- und Serienmarken wie „Batman“, „Superman“, „Harry Potter“, „Mission: Impossible“ und „Star Trek“. Auf den neuen Konzern wartet nun die Integration der beiden Unternehmen. Gleichzeitig muss Skydance mit einer Schuldenlast von mehreren Dutzend Milliarden Dollar umgehen. Anlegern wurden Einsparungen von sechs Milliarden Dollar innerhalb von drei Jahren in Aussicht gestellt. In Hollywood sorgt die Fusion deshalb auch für Befürchtungen über möglichen Stellenabbau.
Mehr Filme für die Kinos
Im Zuge der Vereinbarungen zur Übernahme verpflichtete sich Paramount, in den ersten beiden Jahren nach dem Zusammenschluss jährlich mindestens 30 Filme der beiden Studios in die Kinos zu bringen. Für die folgenden drei Jahre sind jeweils mindestens 32 Filme vorgesehen. Wird diese Zahl unterschritten, soll pro fehlendem Film eine Zahlung von 30 Millionen Dollar fällig werden. Darüber hinaus will Skydance in den kommenden fünf Jahren zusätzliche 1,5 Milliarden Dollar in Filmproduktionen in den USA investieren. Das gemeinsame Filmgeschäft wird künftig von den bisherigen Paramount-Studiochefs Dana Goldberg und Josh Greenstein geführt. Die bisherigen Warner-Studiochefs scheiden aus. Auch im Streaming werden die beiden Unternehmen zusammengeführt. Casey Bloys, bisher Chef von Warner-Streamingdienst HBO Max, soll den gemeinsamen Streamingbereich von HBO Max und Paramount+ leiten.
David Ellison an der Spitze
Die strategische Führung des neuen Konzerns übernimmt Filmproduzent David Ellison. Der Sohn von Larry Ellison, dessen finanzielle Garantie den Kauf ermöglichte, wurde vor allem durch Produktionen wie „Top Gun: Maverick“ bekannt. Für das operative Geschäft ist Ynon Kreiz vorgesehen, der zuvor den Spielzeughersteller Mattel leitete. Die Übernahme verändert damit die Struktur der US-Unterhaltungsbranche erneut deutlich. Erst 2019 hatte Disney mit dem Kauf von 20th Century Fox einen großen Hollywood-Konzern übernommen. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich zudem zunächst Netflix mit Warner auf einen Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts verständigt. Paramount setzte sich schließlich mit einem höheren Angebot durch und übernimmt Warner Bros. Discovery einschließlich der Fernsehsender.
(APA/red)
