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Pakistan besorgt um TV-Moderator

Nach Festnahme verschwunden
©unsplash

Nach der Festnahme eines beliebten TV-Moderators in Pakistan sorgen sich Angehörige um dessen Verbleib. “Wir sind extrem besorgt und fĂŒrchten um sein Leben”, sagte der Bruder des Journalisten der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Imran Riaz Khan – nicht zu verwechseln mit dem populĂ€ren Ex-Premier Imran Khan – wurde im Rahmen der landesweiten Ausschreitungen am 11. Mai an einem Flughafen im Osten des Landes festgenommen und ist seitdem spurlos verschwunden.

Der Fall hat bereits fĂŒr Spekulationen gesorgt. Hintergrund der Proteste Anfang Mai war die kurzzeitige Verhaftung des Ex-Regierungschefs Khan. Dessen AnhĂ€nger stĂŒrmten aus Protest mehrere MilitĂ€rgebĂ€ude. Der Politiker kam auf Anordnung des Obersten Gerichts schließlich auf Kaution wieder frei.

Die Familie habe seit dem Verschwinden keine Nachricht mehr von Khan. Ein Gericht soll sich am Dienstag mit dem Fall befassen. Die Polizei erklÀrte, den Journalisten freigelassen zu haben. Der Geheimdienst bestreitet eine Inhaftierung. Die Reaktion der Regierung auf das Verschwinden von Imran Riaz sei verwerflich, sagte eine AnwÀltin, die sich mit Àhnlichen FÀllen beschÀftigt. Statt aufzuklÀren, stelle die Provinzregierung die journalistische Arbeit des Moderators in Frage.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) Ă€ußerte unter Berufung auf diplomatische Quellen die Sorge, dass der TV-Moderator gar in Haft gestorben sein könnte. Der Youtuber sei dem MilitĂ€r ein Dorn im Auge gewesen, weil er den Ex-Premier unterstĂŒtzt hatte. Bereits in der Vergangenheit war der Moderator festgenommen worden. Auch der OppositionsfĂŒhrer Khan kritisiert seit seiner Entmachtung durch ein Misstrauensvotum im April 2022 immer wieder das mĂ€chtige MilitĂ€r.

Menschenrechtsaktivisten kritisieren seit Jahren, dass Regierungsgegner und Aktivisten in dem sĂŒdasiatischen Land mit mehr als 240 Millionen Einwohnern verschwinden. Aktivisten machen den Geheimdienst in der Atommacht fĂŒr Verschleppungen verantwortlich. Zu den Tausenden Menschen, die in den vergangenen Jahren verschwunden sind, gehören Aktivisten, Minderheitengruppen und Kritiker des mĂ€chtigen MilitĂ€rs.

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