ORF passt Richtlinien für den Einsatz von KI an
Je nach Programmbereich sollen KI-generierte oder KI-unterstützte Inhalte künftig für das Publikum erkennbar gemacht werden.
Der ORF will künftig Inhalte, bei denen Künstliche Intelligenz zum Einsatz kommt, deutlich kennzeichnen. Anlass dafür sind die ab Sonntag geltenden EU-Vorgaben zur Transparenz bei KI-Anwendungen. Das öffentlich-rechtliche Medienhaus hat seine internen Richtlinien entsprechend angepasst und sieht unterschiedliche Formen der Kennzeichnung je nach Programmangebot vor. Im Informations-, Sport- und Magazinbereich sollen KI-generierte oder mit KI bearbeitete Inhalte künftig zeitgenau innerhalb der Beiträge ausgewiesen werden. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz wird dabei mittels Inserts an den jeweiligen Stellen kenntlich gemacht.
Strengere Vorgaben für Nachrichtensendungen
Für Nachrichtensendungen gelten laut den vom ORF-KI-Board überarbeiteten Richtlinien besonders strenge Regeln. Der Einsatz von KI-erstellten Bildern oder Videos soll dort nur erlaubt sein, wenn die Berichterstattung selbst das Thema Künstliche Intelligenz behandelt. Damit will der ORF sicherstellen, dass in Nachrichtenformaten eine klare Trennung zwischen journalistischer Darstellung und künstlich erzeugten Inhalten erhalten bleibt.
Unterschiedliche Regeln für Unterhaltung und Audio
Bei fiktionalen Programmen, Unterhaltungssendungen und Lifestyle-Dokumentationen gelten weniger strenge Vorgaben. In diesen Bereichen soll ein allgemeiner Hinweis zu Beginn der Sendung über den Einsatz von KI informieren. Auch im Audiobereich ist eine Kennzeichnung vorgesehen, wenn Künstliche Intelligenz bei der Gestaltung von Sendungen oder einzelnen Beiträgen verwendet wurde.
ORF betont Bedeutung von Vertrauen
ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher verwies auf die Bedeutung von Glaubwürdigkeit und Vertrauen für die ORF-Programme. Redaktionelle Verantwortung und menschliche Kontrolle würden weiterhin die Grundlage der seit 2025 bestehenden und nun weiterentwickelten KI-Richtlinien bilden. ORF-Technikdirektor und Vorsitzender des KI-Boards, Harald Kräuter, erklärte, Künstliche Intelligenz solle dort eingesetzt werden, wo sie Zeit für journalistische und kreative Arbeit ermögliche. Gleichzeitig müsse für das Publikum nachvollziehbar sein, wenn es mit KI-erstellten oder KI-gestützten Inhalten in Kontakt komme.
(APA/red)
