ORF III steht vor drastischen Budgetkürzungen
Mit einem Einsparungsvolumen von rund sieben Millionen Euro sieht sich ORF III vor weitreichende finanzielle Herausforderungen gestellt.
Dem Kultur- und Informationssender ORF III stehen tiefgreifende Sparmaßnahmen bevor. Im Zuge der laufenden Budgetkonsolidierung innerhalb des ORF soll der Spartensender in den kommenden Jahren mehrere Millionen Euro einsparen. Betroffen sein dürften nicht nur organisatorische Bereiche, sondern auch das Programmangebot selbst.
Sparvorgaben für ORF III
Wie der Kurier berichtet, wurden von der ORF-Führung neue Sparvorgaben an weitere Unternehmensbereiche kommuniziert. Darunter befindet sich auch ORF III. Demnach sollen beim Sender rund sieben Millionen Euro eingespart werden. Das Gesamtbudget von ORF III liegt derzeit bei etwa 30 Millionen Euro, das Programmbudget bei rund 15 Millionen Euro. Wie die Einsparungen konkret umgesetzt werden, ist nach Angaben des Berichts noch nicht endgültig festgelegt. Hintergrund der Sparmaßnahmen sind die umfassenden finanziellen Herausforderungen des ORF. Bereits seit Monaten wird über zusätzliche Einsparungen diskutiert. ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher hatte Ende Mai erklärt, mögliche weitere Kürzungen würden „an den Grundfesten“ des Medienunternehmens rütteln.
Programm könnte deutlich verändert werden
Die Einschnitte soll nicht auf Verwaltungs- oder Strukturmaßnahmen beschränkt bleiben. Auch das Programmangebot von ORF III dürfte betroffen sein. Diskutiert werden demnach unter anderem Reduktionen bei Eigenproduktionen, Wiederholungen bestehender Formate sowie Anpassungen bei einzelnen Sendungen. Konkrete Entscheidungen dazu wurden bisher jedoch nicht veröffentlicht. ORF III gilt innerhalb der ORF-Familie als zentraler Kultur- und Informationssender. Das Programm umfasst unter anderem Kulturübertragungen, Dokumentationen, Diskussionsformate sowie zeitgeschichtliche und politische Sendungen. Der Sender produziert nach eigenen Angaben jährlich mehr als 2.300 originäre Programmstunden.
Senderführung unter Druck
Laut Kurier und Presse wurden die Sparvorgaben von mehreren mit dem Vorgang vertrauten Personen bestätigt. Dem Bericht zufolge wurden die Einsparungsziele am Freitag von der ORF-Führung an die betroffenen Bereiche kommuniziert. Für die Geschäftsführung von ORF III bedeutet der Sparkurs eine besondere Herausforderung. Der Sender wird von Peter Schöber und Kathrin Zierhut-Kunz geleitet. Beide hatten erst im Frühjahr bei der Präsentation der Programmschwerpunkte für 2026 die Rolle von ORF III als wichtige Plattform für österreichische Kultur und Information hervorgehoben. Welche Formate letztlich von den Sparmaßnahmen betroffen sein werden, ist derzeit offen. Fest steht jedoch, dass ORF III vor den größten finanziellen Einschnitten seit seiner Gründung im Jahr 2011 steht.
(red)
