Anzeige

ORF-Direktoren: Clemens Pig prüft 142 Bewerbungen

Rund die Hälfte der Bewerbungen für die ORF-Direktionen stammt aus dem eigenen Haus, die übrigen von externen Interessenten.

20.07.2026 16:05
red04
© APA/ROLAND SCHLAGER
Pig bezeichnete die hohe Zahl an Bewerbungen als Zeichen für einen attraktiven und zukunftsorientierten ORF.

Der designierte ORF-Generaldirektor Clemens Pig steht vor einer umfangreichen Personalentscheidung: Für die 13 ausgeschriebenen Direktionsposten sind insgesamt 105 Bewerber angetreten. Da sich einige Kandidaten auf mehrere Funktionen beworben haben, liegen insgesamt 142 Bewerbungen vor. Das teilte Pig der APA mit. Rund die Hälfte der Bewerbungen stammt aus dem ORF, die übrigen von externen Interessenten. Das größte Interesse entfällt auf die neu geschaffene Direktion „Audience & Plattformen“.

Pig sieht positives Signal

Pig bezeichnete die hohe Zahl an Bewerbungen als Zeichen für einen attraktiven und zukunftsorientierten ORF. Besonders hob er das Interesse an der neuen Direktion „Audience & Plattformen“ hervor. Aus seiner Sicht unterstreichen die Bewerbungen den Reformwillen innerhalb des Unternehmens und die Bedeutung der digitalen Weiterentwicklung des ORF.

Auswahlverfahren mit mehreren Etappen

Die Bewerbungsfrist für die vier Zentraldirektionen – „Audience & Plattformen“, „Finanzen & Verwaltung“, „Programm & Brands“ sowie „Technologie & Innovation“ – und die neun Landesdirektionen endete in der Nacht auf den 15. Juli. Am 16. Juli wurden laut Pig zunächst die formalen Voraussetzungen der Bewerbungen geprüft. In der laufenden Woche sollen Shortlists für die 13 Positionen erstellt werden. Ab dem 27. Juli sind Bewerbungsgespräche vorgesehen. Die Nominierungen samt Begründungen sollen ab dem 3. August an den ORF-Stiftungsrat übermittelt werden. Über die Bestellung des von Pig vorgeschlagenen Führungsteams entscheidet der Stiftungsrat am 11. August.

Scorecard soll objektive Auswahl ermöglichen

Für die Auswahl der Kandidaten setzt Pig auf eine Scorecard-Matrix. Diese soll ein transparentes, nachvollziehbares und diskriminierungsfreies Verfahren gewährleisten und den Vorgaben des Europäischen Medienfreiheitsgesetzes (EMFA), des ORF-Gesetzes sowie der Geschäftsordnung des ORF-Stiftungsrats entsprechen. Bewertet werden die Bewerbungen anhand von Kriterien in den Bereichen Basisanforderungen, funktionale Anforderungen und Management-Anforderungen. Für die Landesdirektionen gilt ein einheitliches Schema, während die Bewertungskriterien bei den vier Zentraldirektionen teilweise an die jeweiligen Aufgaben angepasst sind.

Externe Berater begleiten Prozess

Unterstützung erhält Pig von zwei externen Experten. Kathrin Schulte aus Hamburg berät im Bereich Executive Search und Leadership Assessment, Bakel Walden aus Zürich bringt seine Expertise in den Bereichen digitale Transformation und Public Value ein. Beide sollen bei der Erstellung der Shortlists und den Bewerbungsgesprächen beratend tätig sein. Als weiteres Ziel nannte Pig ein ausgewogenes Verhältnis von Männern und Frauen in Führungspositionen. Nach seinen Angaben stammen rund 60 Prozent der Bewerbungen von Männern und 40 Prozent von Frauen. Nur ein kleiner Teil der Bewerber hat seine Kandidatur öffentlich gemacht. Dazu zählen unter anderem ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz, ORF-Technikdirektor Harald Kräuter, ORF-III-Co-Geschäftsführerin Kathrin Zierhut-Kunz sowie die Landesdirektoren Edgar Weinzettl (Wien), Esther Mitterstieler (Tirol) und Werner Herics (Burgenland). Aus dem externen Bereich gehört Medienberater Matthias Settele zu den bekannten Bewerbern.

(APA/red)

Anzeige
Anzeige
Beitrag teilen

Das könnte Sie auch interessieren