Das ORF-Team von Clemens Pig im Überblick
ExtraDienst stellt jene Personen vor, die künftig die Verantwortung in der ORF-Zentrale und den Landesstudios übernehmen sollen.

Die Liste der von Clemens Pig vorgeschlagenen ORF-Direktoren ist draußen. Der Stiftungsrat stimmt darüber zwar erst am 11. August ab, doch die Vorsitzenden des Stiftungsrats, Heinz Lederer, und sein Stellvertreter Gregor Schütze haben sich bereits positiv über die Vorschläge ausgesprochen.
ExtraDienst gibt einen Überblick über das voraussichtlich künftige ORF-Führungsteam und stellt alle vorgeschlagenen Direktoren mit ihren beruflichen Werdegängen vor.
Generaldirektor: Clemens Pig
An der Spitze des öffentlich-rechtlichen Senders soll Clemens Pig stehen. Der studierte Politikwissenschaftler promovierte 2012 und machte sich zunächst als Mitbegründer von MediaWatch sowie als Experte für Medienanalysen einen Namen. Von 2014 bis 2026 stand Pig als Vorstand an der Spitze der APA – Austria Presse Agentur und entwickelte die Nachrichtenagentur in dieser Zeit verstärkt zu einer digitalen News-Tech-Agentur weiter. Mit seiner Bestellung zum ORF-Generaldirektor soll er ab 2027 die strategische Ausrichtung des Senders bestimmen.
Zentrales Direktorium
Im zentralen Direktorium setzt Pig auf eine Mischung aus erfahrenen Medienmanagern und Experten aus unterschiedlichen Bereichen.
Für Finanzen und Verwaltung soll Silvia Lieb verantwortlich sein. Lieb absolvierte 1989 die Handelsakademie in Schwaz und schloss 1995 ihr Wirtschaftsstudium an der Universität Innsbruck ab. Nach beruflichen Erfahrungen im Gesundheits- und Medizintechnikbereich wechselte sie 1998 zur Moser Holding, wo sie 2004 in den Vorstand aufstieg und 2008 stellvertretende Vorstandsvorsitzende wurde. Seit 2024 führt sie das Unternehmen als Vorstandsvorsitzende. Darüber hinaus engagierte sie sich in führenden Funktionen unter anderem bei der Österreichischen Auflagenkontrolle, dem Verband Österreichischer Zeitungen und der Tiroler Journalismusakademie.
Die Verantwortung für Programm und Brands soll Michael Krön übernehmen. Der Medienmanager und derzeitige Chefproducer des ORF ist bereits für das Programmbudget des Senders zuständig und übernahm diese Funktion von Roland Weißmann nach dessen Ernennung zum Generaldirektor. Krön war maßgeblich an der Organisation des Eurovision Song Contest 2026 in Wien beteiligt. Seine ORF-Laufbahn begann im Jahr 2000 als Produzent in der Programmwirtschaft des ORF-Sports. Danach leitete er unter anderem die Programmwirtschaft der ORF-Information sowie jene der Abteilung Bildung und Zeitgeschehen. Seit 2012 ist er für Programmentwicklung und Qualitätsmanagement in den Bereichen Information, Dokumentation, Sport und Kultur zuständig. Seit 2018 verantwortet er außerdem die Finanzen der ORF-Programmdirektion und lehrt seit 2019 an der FH des BFI Wien zum Thema TV-Programmierung und Produktionsplanung.
Für Audience und Plattformen ist Angelika Simma-Wallinger vorgesehen. Die promovierte Politikwissenschaftlerin ist seit September 2022 Chefredakteurin des ORF Vorarlberg. Zuvor sammelte sie breite Erfahrungen in unterschiedlichen Bereichen des Journalismus und der Kommunikation. Sie arbeitete elf Jahre als Redakteurin und Tageschefin bei Hitradio Ö3, leitete das ORF-Format „contra – der talk“, war Büroleiterin in der ORF-Fernsehdirektion und Kommunikationschefin der Caritas Österreich. Zwischen 2019 und 2022 unterrichtete sie außerdem im Studiengang InterMedia an der FH Vorarlberg.
Technologie und Innovation bleiben in den Händen von Harald Kräuter. Der 1970 in Klagenfurt geborene Techniker ist seit Anfang 2022 Technischer Direktor des ORF und Mitglied der Geschäftsleitung. Nach einer Ausbildung an einer HTL für Nachrichtentechnik und Elektronik studierte er Publizistik, Kommunikationswissenschaft und Politikwissenschaft an der Universität Wien und promovierte 2011. Seit 1990 ist Kräuter beim ORF tätig, zunächst als Tonmeister, später in verschiedenen Führungsfunktionen im technischen Bereich. Er leitete das ORF-Effizienzprogramm „Focus“ und war ab 2013 Geschäftsführer der GIS. Seit 2022 trägt er die Verantwortung für die gesamte Technik des ORF.
Landesdirektoren
Auch bei den Landesstudios zeichnet sich eine erfahrene Führungsebene ab.
Für Wien soll Edgar Weinzettl weiter verantwortlich sein. Er studierte Rechts- und Politikwissenschaften in Wien und kam über das Landesstudio Wien zum ORF. 2002 übernahm er die Leitung der Radio-Wien-Wortredaktion, später wurde er Ressortleiter Innenpolitik im ORF-Hörfunk. Seit 2021 ist er Landesdirektor des ORF Wien.
In Niederösterreich soll Alexander Hofer das Landesstudio führen. Seine ORF-Karriere begann 1992 im Landesstudio Niederösterreich. Später leitete er die TV-Unterhaltung und Gesellschaftsmagazine sowie das Format „Seitenblicke“. 2018 wurde er Channelmanager von ORF 2 und war für Formate wie „Studio 2“ und „Mayrs Magazin“ verantwortlich. Seit 2023 ist er Landesdirektor des ORF Niederösterreich.
Im Burgenland soll Werner Herics seine Arbeit fortsetzen. Der Historiker und Geograf ist seit 1991 beim ORF tätig, unter anderem im Landesstudio Burgenland und bei Ö1. Zwischen 1997 und 1999 leitete er das ORF-Korrespondentenbüro in Belgrad und arbeitete später auch für die OSZE im Kosovo und in Mazedonien. 2013 kehrte er zum ORF zurück und ist seit 2016 Landesdirektor des ORF Burgenland, eine Funktion, die 2021 bestätigt wurde.
Oberösterreich soll weiterhin von Klaus Obereder geführt werden. Nach einem Jus-Studium und einer Tätigkeit bei den Oberösterreichischen Nachrichten wechselte er 1989 zum ORF Oberösterreich. Dort war er in verschiedenen journalistischen Funktionen tätig und wurde 2021 Chefredakteur des Landesstudios. Seit demselben Jahr ist er Landesdirektor und bringt Erfahrung in Journalismus, Moderation und Programmplanung mit.
Für Salzburg ist Gerd Schneider vorgesehen. Er arbeitet seit 1988 beim ORF Salzburg und war unter anderem bei Radio Salzburg, „Salzburg heute“ sowie als Journal-Moderator und Chef vom Dienst tätig. In seiner journalistischen Laufbahn berichtete er über zahlreiche bedeutende Ereignisse, darunter den Tauerntunnel-Brand und politische Skandale in Salzburg. Seit 2012 ist er Chefredakteur des ORF Salzburg.
In Tirol soll Esther Mitterstieler die Leitung übernehmen. Die Journalistin arbeitete für Medien in Italien, Österreich und Deutschland und war unter anderem Chefredakteurin des „WirtschaftsBlatts“ und von „News“. 2019 übernahm sie die Leitung des Wirtschaftsressorts im ORF-Radio. Seit 2021 ist sie Landesdirektorin des ORF Tirol.
Vorarlberg soll künftig von Julia Ortner verantwortet werden. Ortner war journalistisch unter anderem für „Die Presse“, den „Falter“ und die ZIB 2 tätig. 2015 wurde sie stellvertretende Chefredakteurin und Politikchefin von „News“ und gründete den Podcast „Ganz offen gesagt“ mit. 2020 kehrte sie zum ORF zurück und arbeitete beim „Report“. Seit 2024 ist sie Redaktionsleiterin von ORF.at im multimedialen Newsroom.
In der Steiermark soll Sigrid Hroch übernehmen. Sie arbeitet seit mehr als 20 Jahren beim ORF Steiermark und war als Moderatorin, Redakteurin und Beitragsgestalterin in Radio und Fernsehen tätig. Derzeit ist sie Programmchefin von Radio Steiermark.
Für Kärnten ist Martin Weberhofer vorgesehen. Er ist seit den 1990er-Jahren beim ORF Kärnten tätig und arbeitete als Moderator, Redakteur und Live-Reporter. Seit 2007 ist er Programmchef von Radio Kärnten und verantwortlich für die Gestaltung des Programms, Sendungen und verschiedene Aktionen des Senders.
Sollte der Stiftungsrat am 11. August die Vorschläge bestätigen, würde Clemens Pig mit einem Team aus erfahrenen ORF-Kräften und externen Medienprofis in eine neue Ära des öffentlich-rechtlichen Senders starten.
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