Österreichs Medienmarkt bleibt in Bewegung
Streaming boomt, das klassische Fernsehen bleibt stabil und die Printbranche kämpft weiter mit sinkenden Umsätzen.
Österreichs Medien- und Unterhaltungsmarkt ist 2025 gewachsen. Nach Angaben der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC erreichte er ein Volumen von 13,7 Milliarden Euro. Bis 2030 wird ein weiteres Wachstum von 8 Prozent erwartet. Bei den einzelnen Bereichen fällt die Entwicklung unterschiedlich aus. Streaming und Kino legten deutlich zu, das traditionelle Fernsehen wuchs leicht. Bei den Printmedien ging der Umsatz zurück, so die Ergebnisse des „Global Entertainment & Media Outlook 2026–2030“. Für die Studie untersucht PwC die Medien- und Unterhaltungsbranche in 53 Ländern.
Streaming legt weiter zu
Der österreichische Streamingmarkt wuchs 2025 um 11 Prozent auf 638 Millionen Euro. Bis 2030 soll der Umsatz auf 811 Millionen Euro steigen. Der Wettbewerb nimmt zu. Mit HBO Max ist 2026 ein weiterer Anbieter in Österreich gestartet. Auch der ORF baut sein Streamingangebot ORF ON weiter aus. Die Auswahl an Angeboten wird damit größer. Gleichzeitig müssen die Anbieter um Abonnenten und Werbekunden konkurrieren. Wer im Markt bestehen wolle, müsse laut Nicole Prieller, Partnerin und Expertin für Digital and Customer Transformation bei PwC Österreich, unter anderem mit werbefinanzierten Tarifen, lokalen Inhalten und Partnerschaften arbeiten.
Fernsehen behauptet sich
Das traditionelle Fernsehen ist in Österreich trotz der Konkurrenz durch Streaming gewachsen. Der Umsatz stieg 2025 um 2 Prozent auf 2,524 Milliarden Euro. Für 2030 werden 2,701 Milliarden Euro erwartet. Vor allem Live-Inhalte halten Zuschauer beim linearen Fernsehen. Sportübertragungen, insbesondere Fußball, gehören zu den wichtigsten Angeboten. International ist die Entwicklung des klassischen Fernsehens weniger positiv.
Mehr Umsatz im Kino
Auch die Kinos konnten 2025 zulegen. Der Umsatz aus Kinokarten und Kinowerbung stieg von 120 auf 133 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von 11 Prozent. Mehr Besucher und höhere Ticketpreise trugen zum Wachstum bei. Der durchschnittliche Eintrittspreis lag bei rund zehn Euro. Zudem wurde in die Ausstattung der Kinos investiert. In den Sommermonaten kamen Freiluftkinos hinzu. Bis 2030 soll der österreichische Kinomarkt laut PwC auf 169 Millionen Euro wachsen.
Livemusik bringt 250 Millionen Euro
Auch bei der Musik spielt das Geschäft mit Live-Veranstaltungen eine wichtige Rolle. Rund 250 Millionen Euro wurden 2025 in Österreich mit Livemusik umgesetzt. Zu den großen Veranstaltungen zählten unter anderem Stadionkonzerte von Billie Eilish und Robbie Williams sowie das Donauinselfest. Dazu kamen zahlreiche weitere Festivals und Open-Air-Konzerte. Musik wird aber weiterhin stark digital konsumiert. In Österreich gibt es rund 4,4 Millionen Musikstreaming-Abonnements. Der Bereich Musik, Radio und Podcast kam 2025 auf 928 Millionen Euro. Das waren 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Bis 2030 erwartet PwC einen Anstieg auf 1,031 Milliarden Euro.
Print verliert weiter
Weniger erfreulich ist die Entwicklung bei den Printmedien. Der Umsatz ging 2025 um 3 Prozent auf 2,448 Milliarden Euro zurück. Im Jahr 2024 waren es 2,518 Milliarden Euro. PwC erwartet, dass sich dieser Trend fortsetzt. Für 2030 wird ein Umsatz von rund 2,1 Milliarden Euro prognostiziert. In die Kategorie fallen Zeitungen, Magazine und Bücher sowie deren digitale Ausgaben und Werbe- und Vertriebserlöse.
KI wird wichtiger
Künstliche Intelligenz hält in immer mehr Bereichen der Medienbranche Einzug. Sie kann bei der Produktion von Inhalten eingesetzt werden, Abläufe automatisieren und die Vermarktung unterstützen. Für kleinere Produktionshäuser könnten dadurch die Kosten für bestimmte Arbeitsschritte sinken. In der Werbung werden Kampagnen stärker auf Basis von Nutzerdaten ausgesteuert. Im Audiobereich sind personalisierte Angebote möglich. Gleichzeitig bleiben rechtliche Fragen offen. Dazu gehören vor allem der Umgang mit urheberrechtlich geschützten Werken und die Vergütung der Urheber.
Unterschiedliche Aussichten bis 2030
Die Prognosen fallen je nach Bereich sehr unterschiedlich aus. OTT-Video (Internet) und Kino haben 2025 jeweils um 11 Prozent zugelegt. Musik, Radio und Podcast kamen auf 3 Prozent, das traditionelle Fernsehen auf 2 Prozent. Bei den Printmedien ging der Umsatz um 3 Prozent zurück. „Der österreichische Medienmarkt bleibt insgesamt stabil, doch im Inneren tobt ein Verteilungskampf“, sagt Prieller. Für die Anbieter gehe es somit zunehmend darum, die Aufmerksamkeit der Nutzer zu gewinnen und sich von der Konkurrenz abzuheben.
(PA/red)
