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Österreicher bleiben dem Radio treu

Trotz leichter Verschiebungen bei den Senderreichweiten bleibt die Radionutzung in Österreich weiterhin stabil und weit verbreitet.

23.07.2026 12:00
red04
© Adobe Stock
Während Radiohörer zuletzt im Schnitt 195 Minuten pro Tag erreichten, waren es nun 199 Minuten.

Die Radionutzung in Österreich bleibt weiterhin stabil. Laut den aktuellen Radiotestdaten haben 74,9 Prozent der Bevölkerung ab zehn Jahren am Tag vor der Befragung mindestens 15 Minuten Radio gehört. Das entspricht rund 6,13 Millionen Menschen. Im Vergleichszeitraum lag dieser Wert bei 75,3 Prozent. Auch die durchschnittliche tägliche Hördauer ist leicht gestiegen. Während Radiohörer zuletzt im Schnitt 195 Minuten pro Tag erreichten, waren es nun 199 Minuten. In der Altersgruppe der 14- bis 49-Jährigen lag die durchschnittliche Nutzungsdauer mit 201 Minuten etwas darüber.

ORF bleibt Marktführer trotz Rückgang

Die ORF-Radios konnten ihre führende Position am österreichischen Radiomarkt behaupten. Im Zeitraum von Juli 2025 bis Juni 2026 erreichten die Sender in der Gesamtzielgruppe ab zehn Jahren eine Tagesreichweite von 54,4 Prozent. Das entspricht einem Rückgang um 1,4 Prozentpunkte gegenüber dem Vergleichszeitraum. Trotz des Rückgangs bleiben die ORF-Angebote mit täglich rund 4,45 Millionen Hörern auf einem hohen Niveau. Der reichweitenstärkste Sender der öffentlich-rechtlichen Gruppe ist weiterhin Ö3. Der Sender erreicht 2,4 Millionen Menschen beziehungsweise eine Tagesreichweite von 29,7 Prozent. Dahinter folgen Ö1 mit 9 Prozent sowie die neun ORF-Regionalradios, die zusammen auf 24,3 Prozent kommen. Unter den Regionalangeboten liegt Radio Niederösterreich mit 5,1 Prozent an der Spitze. FM4 erreicht 3,7 Prozent Tagesreichweite.

Privatradios bleiben stabil

Die österreichischen Privatradios konnten ihre Reichweite leicht ausbauen. Gemeinsam erreichen sie 35,8 Prozent der Bevölkerung ab zehn Jahren, nach 35,5 Prozent im Vergleichszeitraum. An der Spitze der privaten Anbieter steht weiterhin Kronehit mit einer Tagesreichweite von 11 Prozent. Der Sender verzeichnete allerdings einen Rückgang um 1,1 Prozentpunkte. Gleichzeitig konnte 88.6 deutlich zulegen und steigerte seine Reichweite um 1,1 Prozentpunkte auf 8,3 Prozent. Dahinter folgen Radio Arabella mit 3,1 Prozent und die Antenne Steiermark mit 3,0 Prozent.

Marktanteile zeigen wenig Veränderung

Bei den Marktanteilen gibt es insgesamt nur geringe Verschiebungen. Die ORF-Radios erreichen zusammen 58 Prozent. Ö3 trägt mit einem stabilen Marktanteil von 26 Prozent den größten Anteil dazu bei. Die ORF-Regionalradios kommen gemeinsam auf 25 Prozent, wobei Radio Niederösterreich 5 Prozent sowie Radio Wien und Radio Steiermark jeweils 4 Prozent erreichen. Ö1 erzielt einen Marktanteil von 6 Prozent, FM4 kommt auf 2 Prozent. Die privaten Radiosender erreichen zusammen 41 Prozent Marktanteil und konnten damit um 2 Prozentpunkte zulegen. Bei den Privatsendern liegen Kronehit und 88.6 mit jeweils 8 Prozent Marktanteil gleichauf. Die Antenne Steiermark erreicht 3 Prozent.

Ö3 bleibt bei jüngerer Zielgruppe stark

Bei den 14- bis 49-Jährigen liegt die tägliche Radionutzung bei 71,4 Prozent. Ein ORF-Radio hören in dieser Altersgruppe täglich 44,6 Prozent der Befragten. Damit liegt der Wert unter jenem des Vergleichszeitraums mit 46,6 Prozent. Ö3 bleibt auch in dieser Zielgruppe der stärkste ORF-Sender. Trotz eines Rückgangs um 1,6 Prozentpunkte erreicht der Sender 31,3 Prozent der 14- bis 49-Jährigen und damit fast jede dritte Person dieser Altersgruppe. Die ORF-Regionalradios erzielen bei den jüngeren Hörern mit 13,7 Prozent eine deutlich geringere Reichweite als in der Gesamtbevölkerung. FM4 erreicht in dieser Zielgruppe hingegen 5,6 Prozent und liegt damit vor Ö1 mit 5,1 Prozent.

88.6 holt bei jüngeren Hörern auf

Die privaten Radiosender kommen bei den 14- bis 49-Jährigen gemeinsam auf eine Tagesreichweite von 47,2 Prozent. Kronehit bleibt mit 17,7 Prozent der stärkste Privatsender in dieser Altersgruppe. Der Abstand zu 88.6 wird jedoch geringer. Der Sender konnte seine Reichweite um 1,6 Prozentpunkte auf 12,5 Prozent steigern. Energy Österreich erreicht 4,5 Prozent, Radio Arabella 3,6 Prozent und die Antenne Steiermark 3,5 Prozent. Auch bei den Marktanteilen in der Kernzielgruppe liegen die Privatsender vorne. Sie erreichen zusammen 58 Prozent und steigerten sich damit um 2 Prozentpunkte. Die ORF-Radios kommen auf 43 Prozent. Ö3 erreicht 27 Prozent Marktanteil, die ORF-Regionalradios 11 Prozent, FM4 3 Prozent und Ö1 2 Prozent. Bei den Privaten teilen sich Kronehit und 88.6 mit jeweils 13 Prozent den Spitzenplatz. Während Kronehit stabil blieb, konnte 88.6 um zwei Prozentpunkte zulegen. Energy Österreich und die Antenne Steiermark erreichen jeweils 3 Prozent.

Radiotest basiert auf rund 23.800 Interviews

Die aktuellen Radiotestdaten beruhen auf etwa 23.800 Interviews, die zwischen Juli 2025 und Juni 2026 durchgeführt wurden. Der Großteil der Befragungen erfolgte telefonisch, ergänzt wurde die Erhebung durch Online-Interviews, um jüngere Bevölkerungsgruppen besser zu erreichen. Die Tagesreichweite beschreibt jene Personen, die am Vortag der Befragung mindestens 15 Minuten Radio beziehungsweise einen bestimmten Sender gehört haben. Der Marktanteil zeigt hingegen, welchen Anteil an der gesamten Radiohördauer ein Sender erreicht.

(APA/red)

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