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Netflix setzt 2026 bei 300 Filmen und Serien auf KI

Netflix-Chef Ted Sarandos sieht KI als Produktionshilfe, doch an der Börse wächst die Skepsis gegenüber dem Streamingriesen.

17.07.2026 11:15
red04
© Adobe Stock
Investoren äußerten Zweifel daran, wie erfolgreich Netflix seine Kunden langfristig an die Plattform binden kann.

Netflix hat im laufenden Jahr bei rund 300 Filmen und Serien Künstliche Intelligenz eingesetzt. Das erklärte Co-CEO Ted Sarandos bei der Vorstellung der Quartalszahlen vor Analysten. Nach seinen Angaben kommt die Technologie unter anderem bei der Darstellung großer Menschenmengen oder historischer Schlachtszenen zum Einsatz. Sarandos zufolge wären viele dieser Szenen ohne den Einsatz von KI aus zeitlichen oder finanziellen Gründen nicht realisiert worden. Gleichzeitig betonte er, dass die Technologie lediglich ein Hilfsmittel sei. Kreative Entscheidungen lägen weiterhin bei den Filmschaffenden.

Zweifel an Entwicklung

Die Präsentation der Geschäftszahlen wurde von einer kritischen Stimmung an den Finanzmärkten begleitet. Investoren äußerten Zweifel daran, wie erfolgreich Netflix seine Kunden langfristig an die Plattform binden kann. Auch die gescheiterte Übernahme des Hollywood-Studios Warner Brothers sorgte für Diskussionen. Netflix hatte sich im Bieterwettbewerb dem Konkurrenten Paramount geschlagen geben müssen. Einige Anleger werteten den Übernahmeversuch als Reaktion auf den zunehmenden Wettbewerbsdruck. Zusätzlich verwiesen Marktforschungsdaten darauf, dass die Zuschauerzahlen vieler Netflix-Serien ab der zweiten Staffel zurückgehen. Sarandos widersprach dieser Einschätzung teilweise. Die Rückgänge zwischen der ersten und zweiten Staffel seien im Vergleich zum Vorjahr geringer ausgefallen.

Netflix veröffentlicht Nutzungsdaten seltener

Künftig will Netflix nur noch einmal jährlich statt wie bisher zweimal pro Jahr Daten zur Beliebtheit seiner Filme und Serien veröffentlichen. Nach Angaben des Managements besteht zudem kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der gesamten Sehdauer der Nutzer und den Einnahmen des Unternehmens. Co-CEO Greg Peters erklärte, Live-Übertragungen würden zwar vergleichsweise viele neue Abonnenten gewinnen, erzielten insgesamt jedoch niedrigere Zuschauerzahlen als andere Inhalte.

Aktie unter Druck

An der Börse kamen die Aussagen und Geschäftszahlen nicht gut an. Im nachbörslichen US-Handel verlor die Netflix-Aktie rund neun Prozent. Belastend wirkte auch der Ausblick auf das laufende Quartal. Die Umsatzprognose des Unternehmens blieb unter den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten. Bereits in den vergangenen Monaten hatte die Aktie mehr als 40 Prozent an Wert eingebüßt.

Umsatz und Gewinn legen zu

Netflix veröffentlicht inzwischen keine regelmäßigen Angaben mehr zur Zahl seiner Abonnenten. Im vergangenen Quartal stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 12,56 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn erhöhte sich um 8,8 Prozent auf 3,4 Milliarden US-Dollar. Im Februar erhielt Netflix nach eigenen Angaben von Warner 2,8 Milliarden US-Dollar als Vertragsstrafe, nachdem eine zuvor vereinbarte Übernahme aufgelöst worden war. Dadurch fielen im vergangenen Quartal die Steuerzahlungen des Unternehmens etwas höher aus.

(APA/red)

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