Skip to content

Mordfall vor dem Spezialgericht

Slowakei: Freispruch im Kuciak- Fall aufgehoben
© Pixabay

Wie ExtraDienst berichtete, soll der Mordfall Kuciak erneut aufgerollt werden. Neun Monate nach dem Freispruch des GeschĂ€ftsmann Marian K., der als mutmaßlicher Auftraggeber des Journalistenmordes aus dem Jahr 2018 gilt, hat das Oberste Gericht der Slowakei nun am Dienstag in Bratislava das Urteil der untergeordneten Instanz wieder aufgehoben und den Fall dem Spezialgericht zur erneuten Verhandlung zurĂŒckverwiesen. Auch der Freispruch der Komplizin und mutmaßlichen Mitorganisatorin des Auftragsmordes Alene Zs. wurde gecancelt. 

In der von Medien und Öffentlichkeit verfolgten Hauptverhandlung des Journalistenmordes vor dem Spezialgericht in Pezinok hatte die Anklage eine Reihe von Indizien, Zeugenaussagen und indirekten Beweisen vorgelegt, die nach Meinung des zustĂ€ndigen Senats Schuld von Marian K. und Alena Zs. aber nicht ohne Zweifel beweisen konnten. Der anschließende Freispruch im September 2020 hatte in der Slowakei fĂŒr Empörung gesorgt. Nur wenige Monate spĂ€ter hatte die Polizei die ersten VerdĂ€chtigen im Fall festgenommen, darunter Zoltan A., einen Vermittler, der gestĂ€ndig war und auch den mutmaßlichen Auftraggeber und seine Komplizin schwer belastete. A. bekam als Kronzeuge eine mildere Strafe von 15 Jahren. GestĂ€ndig war spĂ€ter auch der TodesschĂŒtze Miroslav M. Die restlichen drei MittĂ€ter, darunter der Hauptangeklagte Marian K., haben ihre Schuld stets bestritten.

Das Spezialgericht wird sich nun im neu aufgerollten Prozess mit allen Tatsachen, Beweisen und UmstĂ€nden auseinandersetzen mĂŒssen. Das Gericht der ersten Instanz habe ĂŒber den Freispruch von K. und Zs. vorzeitig entschieden, indem es die Sachlage nicht genĂŒgend festgestellt und sich nicht mit allen UmstĂ€nden des Falles auseinandergesetzt hatte, die bedeutend fĂŒr die Entscheidung waren, erklĂ€rte Peter Paluda, Vorsitzender des zustĂ€ndigen Strafsenats beim Obersten Gericht. DarĂŒber hinaus wurden Beweise nicht zugelassen, was die Spezialrichter auch nicht genĂŒgend oder nur vage begrĂŒndet hatten. Laut Aussage von Paluda wurden auch Beweise und deren Bewertung aus dem Kontext gerissen. Einen Antrag des zustĂ€ndigen Staatsanwalts, dass der Fall einem anderen Senat des Spezialgerichts zugeteilt werde, sei vom Höchstgericht allerdings abgelehnt worden.

Am Dienstag im Berufungsverfahren von Tomas S, dem dritten Mitangeklagten, hat das Oberste Gericht hingegen die vorherige Entscheidung der Spezialrichter ĂŒber eine Haftstrafe von 25 Jahren bestĂ€tigt. S. hatte den TodesschĂŒtzen zum Tatort gefahren und ist laut dem Gericht auch fĂŒr den Mord an einem Unternehmer aus Kollarovo aus dem Jahr 2016 schuldig. In seinem Fall wurde das Urteil mit der Entscheidung der Höchstrichter rechtskrĂ€ftig.

Marian K.wurde unterdessen in einem anderen Fall wegen schwerer WirtschaftskriminalitÀt bereits rechtskrÀftig zu 19 Jahren GefÀngnis verurteilt. Auch Alena Zs. hat als Mitangeklagte in einem weiteren Mordfall einen langjÀhrige Haftstrafe bekommen. Dieses Urteil ist jedoch noch nicht rechtskrÀftig.

 

APA/ Red.

GefÀllt Ihnen der Beitrag?
Facebook
Twitter
LinkedIn
Telegram
WhatsApp
Email
Cookie-Einwilligung mit Real Cookie Banner